Trotz einer Buße von 40 Euro und eines Punktes in Flensburg besitzt nur jeder Vierte eine Freisprechanlage.

Düsseldorf. Das Handy-Verbot am Steuer wird von vielen deutschen Autofahrern ignoriert. Eine Umfrage des Meinungsforschungs-Instituts "Faktenkontor" unter 1000 Autofahrern ergab: Jeder Zehnte glaubt, nicht von der Polizei erwischt zu werden. Nur 24 Prozent geben an, überhaupt eine Freisprecheinrichtung zu besitzen.

"Die Unfallrisiken des mobilen Telefonierens werden unterschätzt", sagt Sabine Friedrich von der Axa-Versicherungsgruppe. Dabei zeigten wissenschaftliche Versuche: Mobil-Telefonierer fahren noch schlechter als Fahrer mit 0,5 Promille Alkohol.

Mobil-Telefonieren fehlt bei den Haupt-Unfallursachen

Eine Statistik zu führen, wie viele Unfälle auf den Handygebrauch am Steuer zurückführen sind, sei kaum möglich, erklärt Hermann Benker von der Deutschen Polizeigewerkschaft. "Die Wenigsten geben im Fall eines Unfalls zu, telefoniert zu haben." Daher tauche das Mobiltelefonieren als Hauptunfallursache in der Statistik gar nicht auf.

Um einen Überblick zu bekommen, erstellen einige Kommunen eigene Statistiken. So führt die Polizei Düsseldorf Buch über Handy-Nutzer am Steuer auf den umliegenden Autobahnen. Sie fallen etwa bei Radarkontrollen auf. "Die meisten rechnen mit einer Buße, weil sie zu schnell gefahren sind. Das Beweisfoto zeigt sie allerdings auch beim Telefonieren", erklärt ein Sprecher der Polizei Düsseldorf. 8000 Verstöße durch Telefonieren am Steuer sind für 2009 gelistet. Für 2010 sind es bereits 3700.

In Italien kostet Telefonieren im Auto bis zu 600 Euro

Doch um gezielte Kontrollen durchzuführen, fehle das Personal, meint Benker. Offensichtlich tue die Höhe der Strafe "noch nicht weh genug". In Italien etwa bezahlt ein Verkehrssünder, der mit dem Handy erwischt wird, bis zu 600Euro Strafe.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer