Fahnder entdecken Millionen bei Briefkastenfirmen. Die Anhänger wittern eine Verschwörung.

Rechtspopulist Haider starb 2008 bei einem Verkehrsunfall.
Rechtspopulist Haider starb 2008 bei einem Verkehrsunfall.

Rechtspopulist Haider starb 2008 bei einem Verkehrsunfall.

dpa

Rechtspopulist Haider starb 2008 bei einem Verkehrsunfall.

Wien. Die Ermittlungen im Fall Hypo Group Alpe Adria werfen nun auch ein neues Licht auf das Finanzgebaren des verstorbenen österreichischen Rechtspopulisten Jörg Haider. Im Zuge von Ermittlungen im Fall Hypo Group Alpe Adria wurden in dem kleinen Fürstentum zwölf Briefkastenfirmen von Haider gefunden, in denen fünf Millionen Euro geparkt sind, berichtete das österreichische Magazin "Profil". Nach derzeitigem Ermittlungsstand soll das Vermögen ursprünglich 45 Millionen Euro betragen haben.

Die Witwe beteuert, sie habe nichts von den Konten gewusst

Woher das Geld stammt, ob andere Politiker darauf Zugriff hatten und wem es zugutekam, wird dem Bericht zufolge derzeit geprüft. Claudia Haider, die Witwe des früheren Kärntner Landeshauptmannes, sagte, sie habe nichts von den Konten gewusst.

Haiders langjähriger Pressesprecher Stefan Petzner hielt seinem einstigen engen Freund am Sonntag die Treue: Richter und Staatsanwälte seien von der Regierung beeinflusst und würden versuchen, "Jörg Haider über die Hypo-Causa kaputt zu machen und Kärnten zu schaden, das lasse ich nicht zu".

Ermittler aus Österreich, Deutschland und Liechtenstein untersuchen derzeit mögliche Fälle von Untreue, Betrug und Bestechung rund um den Verkauf der inzwischen verstaatlichten Kärntner Hypo Group an die BayernLB im Jahr 2007 sowie einen möglichen Korruptionsfall rund um den österreichischen Ex-Finanzminister und Haider-Freund Karl-Heinz Grasser.

Eine heiße Spurt führt zu Muammar al-Gaddafi

Über Liechtenstein könnten Schwarzgelder an Entscheidungsträger geflossen sein. Insgesamt wurden 46 Briefkastenfirmen in Vaduz und Schaan geöffnet. Außerdem berichteten "Profil" und die Zeitung "Österreich" unter Berufung auf enge Haider-Mitarbeiter, dass die Gelder in Liechtenstein von Spenden von Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi stammen könnten. Haider pflegte Wirtschaftskontakte mit Libyen und war mit einem Sohn al-Gaddafis eng befreundet.

Kaum einer hat in den vergangenen Jahren die österreichische Politik so gespalten wie Jörg Haider. Der Rechtspopulist sorgte mit seinen Thesen zur Ausländerpolitik und auch zur Nazi-Vergangenheit für massiven Widerstand in vielen gesellschaftlichen und politischen Gruppen. Doch in seiner Machtbasis Kärnten wird der langjährige Ministerpräsident bis heute von vielen verehrt.

Haider hatte die FPÖ zur dritten Kraft im politischen System gemacht, das lange von den Sozialdemokraten und den Konservativen alleine beherrscht wurde. Im April 2005 spalteten sich unter seiner Federführung zahlreiche Funktionäre von der FPÖ ab und gründeten die Partei Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ). Haider blieb bis zu seinem Tod Landeshauptmann von Kärnten.

Jörg Haider starb 2008 bei einem schweren Autounfall im Alter von 58 Jahren. Er war stark alkoholisiert durch eine Ortschaft gerast.

Geldflüsse an Parteien und Politiker sind in Österreich nur schwer nachzuvollziehen. Größere Spenden müssen zwar dem Rechnungshof gemeldet werden, sind dort aber unter Verschluss. Haider war bis zu seinem Unfalltod 2008 für seinen extravaganten Lebensstil und aufwendige Wahlkämpfe bekannt.

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