Proteste gegen das Sparpaket geraten außer Kontrolle. Milliardenhilfe löst in Berlin einen heftigen Streit aus.

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Polizeikräfte werden in der Innenstadt von Athen mit Molotow-Cocktails attackiert.

Polizeikräfte werden in der Innenstadt von Athen mit Molotow-Cocktails attackiert.

dpa

Polizeikräfte werden in der Innenstadt von Athen mit Molotow-Cocktails attackiert.

Athen. Blutige Unruhen in Athen mit drei Toten haben die Krise in Griechenland verschärft. Die massiven Proteste gegen das 30-Milliarden-Sparpaket gefährden die Rettung des angeschlagenen Euro-Landes vor der Pleite.

Bei einem Brandanschlag im Zentrum der griechischen Hauptstadt kamen am Mittwoch drei Menschen ums Leben. Sie starben in einer Bank, die von vermummten Randalierern mit Brandsätzen angezündet worden war. Allein in Athen demonstrierten mehr als 100000 Menschen gegen das drastische Sparprogramm der Regierung. Hunderte wütende Demonstranten versuchten, das Parlamentsgebäude zu stürmen.

Die Polizei setzte Tränengas ein. Menschen flohen in Panik. Auch in Thessaloniki und anderen Städten gingen Tausende auf die Straße. Auch dort standen Gebäude in Flammen. Heute will das Parlament in Athen über das Sparpaket abstimmen.

SPD droht mit der Ablehnung des Notgesetzes

In Berlin verschärfte sich unterdessen der Streit um die geplante Milliardenhilfe für Griechenland. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) appellierte an die Sozialdemokraten, dem Gesetz am Freitag im Bundestag zuzustimmen. "Die Märkte achten darauf, wie die Hilfe jeweils national vertreten wird. Da haben wir alle eine Verantwortung, auch die Opposition", sagte Schäuble.

Den Appellen zum Trotz zeichnet sich ab, dass die SPD das Notgesetz ablehnen wird. Der stellvertretende Fraktionschef der Sozialdemokraten, Joachim Poß, sagte, er sehe keine "inhaltliche Grundlage", um in seiner Fraktion für das Gesetz zu werben. Hauptstreitpunkt ist nach wie vor die Einführung einer Finanztransaktionssteuer, auf die seine Partei pocht. Die Christdemokraten favorisieren dagegen eine Bankenabgabe.

In einer hitzigen Debatte im Bundestag warb Kanzlerin Merkel gestern um die Zustimmung zu dem Gesetz. "Es geht um nicht mehr und nicht weniger als die Zukunft Europas", sagte Angela Merkel.

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