Angeblich will General Motors das Werk opfern. Doch Ministerpräsident Rüttgers macht der Belegschaft Mut.

Die Bochumer Autobauer bangen um ihre Zukunft. NRW-Regierungschef Rüttgers betont aber, es sei noch keine Entscheidung gefallen.
Die Bochumer Autobauer bangen um ihre Zukunft. NRW-Regierungschef Rüttgers betont aber, es sei noch keine Entscheidung gefallen.

Die Bochumer Autobauer bangen um ihre Zukunft. NRW-Regierungschef Rüttgers betont aber, es sei noch keine Entscheidung gefallen.

dpa

Die Bochumer Autobauer bangen um ihre Zukunft. NRW-Regierungschef Rüttgers betont aber, es sei noch keine Entscheidung gefallen.

New York. Der US-Autokonzern General Motors will im Überlebenskampf angeblich drei Opel-Werke schließen, darunter das in Bochum mit 5.000 Beschäftigten.

Das meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf einen Informanten im GM-Management. Die Fabriken in Bochum und im belgischen Antwerpen könnten geschlossen, das Werk in Eisenach veräußert werden. Die GM-Aktie stürzte um 20 Prozent ab.

Mit schweren Vorwürfen gegen Manager des US-Mutterkonzerns reagierte Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz: "Ich gehe davon aus, dass es auch Menschen im Management von GM gibt, die Bestrebungen haben, verbrannte Erde zu hinterlassen." Er sagte: "Ich warne davor, dass man so mit dem Schicksal von Menschen und einem Traditionsunternehmen umgeht. Wir werden das niemals akzeptieren."

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) und der Betriebsratschef Rainer Einenkel vom Bochumer Opel-Werk sagten zu dem Bericht, solche Entscheidungen des Mutterkonzerns in Detroit gebe es nicht. GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster habe sogar eine Bestandsgarantie für sämtliche deutsche Opel-Standorte abgegeben.

Rüttgers betonte: "Noch ist Opel nicht verloren, es ist noch keine Entscheidung gefallen." Rüttgers ist derzeit in den USA unterwegs und will heute Spitzenmanager von GM und Ford treffen. "Die Belegschaft hat ein feines Gespür, ob etwas provoziert werden soll", sagte Einenkel.

In einem Wettlauf mit der Zeit haben die angeschlagenen US-Autobauer General Motors und Chrysler an Rettungsplänen gearbeitet. Von den Plänen hängen weitere staatliche Milliardenspritzen ab. Bis gestern Nacht mitteleuropäischer Zeit hatten die Unternehmen Zeit, ihre Vorlagen bei der US-Regierung einzureichen.

Mit ihren Plänen sollten sie beweisen, dass sie die Kredithilfen auf Kosten der Steuerzahler für die Einleitung einer Neustrukturierung genutzt haben und langfristig ihre Lebensfähigkeit sicherstellen können. Die US-Regierung will sich davon überzeugen, dass die staatlichen Hilfen zurückgezahlt werden können.

Als Lösung sieht er die Abkoppelung von GM. Opel könne dann mit einem anderen Partner zusammenarbeiten oder aber mit GM - "aber als gleichberechtigter Partner".

Der angeschlagene Konzern in Detroit wollte zu den Gerüchten keine Stellung nehmen. Die Opel-Mutter und Chrysler mussten der US-Regierung am Dienstag ihre Sanierungskonzepte vorstellen, von denen weitere staatliche Milliarden abhängen.

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) forderte die Eigenständigkeit von Opel in Europa. In Deutschland beschäftigt Opel mehr als 25.000 Menschen in vier Werken in Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer