Die Gebühren für das Geldabheben an Automaten, die nicht zur eigenen Bank gehören, steigen. 6 Euro sind nicht selten.

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Nur wer Geld an Automaten der eigenen Bank oder ihrer Partnerinstitute abhebt, vermeidet hohe Kosten.

Nur wer Geld an Automaten der eigenen Bank oder ihrer Partnerinstitute abhebt, vermeidet hohe Kosten.

Nur wer Geld an Automaten der eigenen Bank oder ihrer Partnerinstitute abhebt, vermeidet hohe Kosten.

Düsseldorf. Wer mit seiner EC-Karte Geld an Automaten fremder Institute abhebt, die nicht mit der eigenen Bank verbunden sind, muss immer tiefer in die Tasche greifen.

Seit Sommer vergangenen Jahres sind die Gebühren im Schnitt um 17 Prozent gestiegen, in Einzelfällen sogar um 85 Prozent. Das hat die FMH-Finanzberatung im Rahmen einer Studie herausgefunden.

Die Sparkasse Köln-Bonn zum Beispiel begnügte sich im Sommer 2008 noch mit 3,50 Euro, nun nimmt sie 6Euro. Die Postbank berechnet 5,99 Euro statt 4 Euro im Sommer 2007, die PSD Bank Kiel machte den größten Sprung: von 3,50 Euro auf 6,50 Euro.

Der Gebühren-Durchschnitt fürs "Fremdgehen" liege knapp über 5 Euro, so die FMH-Experten. 25 von 52 befragten Banken kassieren heute mehr als vor drei Jahren.

Banken treiben gegenseitig die Gebühren in die Höhe

Der Grund liegt in den Gebühren, die die Banken voneinander fordern. Wenn ein Kunde einer Bank A am Automaten einer Bank B Geld abhebt, zahlt er eine feste Gebühr an seine Bank A. Die wird fällig, weil die Bank B für die Auszahlung Geld von Bank A fordert. Diese Interbanken-Entgelte sind in den vergangenen Jahren gestiegen und von Institut zu Institut unterschiedlich. Beträge bis zu 10 Euro sind laut Bankmitarbeitern heute üblich.

Es gibt keine gesetzliche Regelung, die die Höhe der Gebühren an Geldautomaten begrenzt. Lange Zeit war das auch nicht nötig, da die Gebühren relativ stabil waren. Nun fordern Verbraucherverbände eine Regulierung oder zumindest Beobachtung durch Behörden.

Dass es auch anders gehen könnte, zeigt ein Blick über die Grenzen. Laut FMH-Finanzberatung zahlen Kunden in Frankreich, Österreich oder den Niederlanden für das Abheben an einem fremden Geldautomaten maximal 75 Cent.

Bank A holt sich also mit der Gebühr das an Bank B gezahlte Entgelt vom Kunden zurück, aber oft nicht komplett. "Die Gebühren unserer Kunden decken zumeist nur einen Teil des angefallenen Entgelts ab", sagt Susanne Krebs von der Volksbank Wuppertal. Ähnlich gehen die meisten anderen Banken vor.

Verbraucherschützer kritisieren den "Gebühren-Irrsinn" zwischen den Banken vor allem, weil er mit den Abhebe-Kosten nichts zu tun habe. Die tatsächlichen Kosten für die Geldabhebung schätzen Verbraucherverbände auf 60 bis 70 Cent. "Wenn das für Banken kein Geschäft wäre, gäbe es nicht so viele Geldautomaten", sagt Max Herbst von FMH.

Verbraucherschützer raten, bei der Auswahl einer Bank nicht nur auf die Zinsen zu achten. "Wer oft Bargeld benötigt, sollte sich über die Gebühren und das Netz der Automaten informieren", sagt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale NRW.

Das größte Automaten-Netz haben die Sparkassen, gefolgt von Volks- und Raiffeisenbanken sowie der Cashgroup (u.a. Deutsche Bank, Commerzbank, Dresdner Bank, Postbank) .

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