Prüfungen sollen vergleichbarer werden. NRW lehnt Modell ab.

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Ein Schild im Düsseldorfer Luisen-Gymnasium weist auf die Abiturprüfungen hin. NRW will sich am „Südabitur“ nicht beteiligen. (Archiv

Ein Schild im Düsseldorfer Luisen-Gymnasium weist auf die Abiturprüfungen hin. NRW will sich am „Südabitur“ nicht beteiligen. (Archiv

dpa

Ein Schild im Düsseldorfer Luisen-Gymnasium weist auf die Abiturprüfungen hin. NRW will sich am „Südabitur“ nicht beteiligen. (Archiv

München/Stuttgart. Die Abiturprüfungen sollen bundesweit vergleichbarer werden. Fünf Bundesländer haben sich auf konkrete Schritte für einen gemeinsamen Aufgabenpool in Deutsch und Mathematik geeinigt, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Daran beteiligt seien Baden-Württemberg, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Eine Sprecherin des baden-württembergischen Kultusministeriums sagte am Donnerstag, die Expertengruppe zur Entwicklung gemeinsamer Abituraufgaben gebe es bereits seit 2008. Baden-Württemberg habe Interesse an der Vergleichbarkeit der Abschlüsse für die Allgemeine Hochschulreife in den Bundesländern. Deshalb verfolge man das Ziel, mit den am "Südabitur" beteiligten Ländern in Deutsch und Mathematik gemeinsame Abituraufgaben zu entwickeln. Das bestehende hohe Qualitätsniveau des Abiturs in den beteiligten Ländern müsse dabei gesichert werden.

Aufgabenpool könnte erstmals im Jahr 2014 genutzt werden

Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Bayerns Bildungsminister Ludwig Spaenle (CSU), sagte: "Wir wollen die Vergleichbarkeit beim Abitur stärken." Damit ziehe man auch eine Konsequenz aus zehn Jahren Pisa und anderen Studien, die ein Leistungsgefälle zwischen den Bundesländern gezeigt hätten. Der Aufgabenpool könnte 2014 erstmals genutzt werden. Man hoffe, dass sich noch weitere Bundesländer daran beteiligen.

Ministerin Löhrmann: "Politisch motivierter Profilierungsversuch"

Nordrhein-Westfalen winkt jedoch bereits ab. "Wir wollen gemeinsam vereinbarte Standards, aber kein Einheitsgymnasium und kein Einheitsabitur", sagte Schulministerin Sylvia Löhrmann. Die Grünen-Politikerin nannte den Vorstoß der Länder einen "politisch motivierten Profilierungsversuch". Er bringe in der Sache nicht weiter. Löhrmann: "Er soll ganz offensichtlich ablenken von der großen Wunde unseres Bildungssystems, nämlich der starken Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft." dpa/ac

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