Der Druck auf die Banken steigt. Deutschland und Frankreich wollen international die Regeln verschärfen.

Paris/Berlin. Kaum haben sich die internationalen Finanzmärkte von ihrem Kollaps erholt, da geht die Party bei den Bankern weiter. Boni und Prämien fließen, als wäre nichts gewesen. Doch damit soll bald wieder Schluss sein. Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy ist vorgeprescht und hat beim heißen Thema Boni für Börsianer in Frankreich Fakten geschaffen.

Damit nicht genug: Sarkozy will auf dem G20-Gipfel im September in Pittsburgh international den Durchbruch erreichen. Unterstützung erhält er dabei von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie sagte, es sei ärgerlich, dass einige Banken bei den Bonus-Zahlungen fast genauso weitermachten wie vor der Finanzkrise. Auch die britische Bankenaufsicht FSA befürwortet den Vorstoß, ebenso EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso.

Doch wie weit geht Sarkozys Reform wirklich? Der agile Franzose hat ein "Bonus-Malus-System" durchgesetzt, das die Prämien an längerfristige Erfolge statt an kurzfristige Profite koppelt. Nur ein Drittel der Boni wird künftig sofort ausgezahlt. Der Rest wird über drei Jahre gestreckt. Die Börsianer müssen dann auf noch nicht ausgeschüttete Boni verzichten, wenn sie zu große Risiken eingegangen sind und ihre Bank Verluste macht. Geld zurückzahlen müssen die "golden boys" damit aber nicht.

Ihre Prämien werden veröffentlicht und damit der Kritik ausgesetzt. Die Bankenaufsicht und ein Staatskontrolleur wachen über die Regeln. Wer sie nicht einhält, wird bestraft, etwa, indem der Staat Verträge kündigt.

Das geht weit in Sachen Transparenz, Minderung des Risikos und Sanktionen - und setzt den Millionen-Boni doch kein Ende. Denn wenn die Gewinne steigen, fließen auch weiter die Prämien. Sarkozy will daher den G20 auch eine absolute Begrenzung der Boni vorschlagen.

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