Die Industrienationen wollen den Markt stärker regulieren und kontrollieren.

Brüssel. Die 20 führenden Industrienationen der Welt wollen dem aus dem Ruder gelaufenen Kapitalismus reformieren. Die Gelegenheit ist günstig, dem Treiben von Bankern, Börsianern und Investoren endlich engere Grenzen zu setzen. Denn Wall Street und der Londoner Finanzplatz - einst mächtig genug, um politische Einschränkungen abzuwehren - hängen am staatlichen Tropf.

Strengere Regeln

Die EU macht sich dafür stark, dass künftig alle Finanzinvestoren und alle Finanzprodukte wirkungsvoll kontrolliert werden müssen. Also: keine Tochterfirmen mehr außerhalb der Bilanz, keine Hedgefonds mehr ohne Meldepflichten. Die Amerikaner sind grundsätzlich auf der gleichen Linie, fordern ebenfalls eine starke Aufsicht.

Mehr Kapitalpuffer

Banken sollen in guten Zeiten mehr Geld bunkern, um ihre Kredite zu unterlegen. Sie sollen zudem ihre Ausfallrisiken durch Limitierung der Ausleihungen an eine Adresse begrenzen.

Effektivere Aufsicht

Weltweit agierende Finanzkonzerne sollen nicht mehr länger von - damit überforderten - nationalen Kontrolleuren überwacht werden, sondern von internationalen Aufsichts-Kollegien.

Währungsfonds als Finanzpolizei

Der Internationale Währungsfonds (IWF) soll sich stärker einmischen dürfen. Er dient einerseits als Polizei der Märkte, andererseits aber auch als Feuerwehr.

Limits für Managergehälter

Aus mehreren Ländern gibt es den Wunsch, den Einkommen von Managern Grenzen zu setzen. So sollen Anreize verboten werden, die es attraktiv machen, das Unternehmen in riskante Wetten zu schicken.

Keine Abschottung

Die wirtschaftlich mächtigsten Staaten wollen Fehler vermeiden, die vor 80 Jahren die Weltwirtschaftskrise verschärften. Dazu zählt der Schutz der heimischen Produktion, weil er den Handel schädigt und überall für Wohlstandverluste sorgt. Alarmierenderweise gab es zuletzt jede Menge Beispiele für Protektionismus.

Kein Abwertungswettlauf

Das G-20-Treffen dient zudem der gegenseitigen Rückversicherung, die eigenen Währungen nicht absichtlich unter Druck zu setzen, um der heimischen Industrie Vorteile auf Auslandsmärkten zu verschaffen.

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