<p>Bemalte Dominosteine erinnern vor dem Brandenburger Tor an den früheren Verlauf der Berliner Mauer</p>

Bemalte Dominosteine erinnern vor dem Brandenburger Tor an den früheren Verlauf der Berliner Mauer

Bemalte Dominosteine erinnern vor dem Brandenburger Tor an den früheren Verlauf der Berliner Mauer

Bemalte Dominosteine erinnern vor dem Brandenburger Tor an den früheren Verlauf der Berliner Mauer

Berlin (dpa) Mit einem ökumenischen Gottesdienst haben am Montag in Berlin die Feiern zum 20. Jahrestag des Mauerfalls begonnen. Dazu kamen auch Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in die Gethsemanekirche im Prenzlauer Berg. Die Kirche gilt als ein Zentrum der friedlichen Revolution von 1989 in der DDR. Berlins Regierender Besucher Klaus Wowereit (SPD) besucht am Vormittag eine Andacht in der Kapelle der Versöhnung in der Bernauer Straße. Danach soll mit Kerzen an die Opfer der Mauer erinnert werden. Im Laufe des Tages werden in Berlin die Staats- oder Regierungschefs aller EU-Mitgliedsstaaten, US-Außenministerin Hillary Clinton und der russische Präsident Dmitri Medwedew erwartet.

Symbolisch soll bei der Feier ab 19 Uhr in Anwesenheit von Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Mauer noch einmal fallen, indem 1000 bemalte übermannsgroße Domino-Steine der Reihe nach umstürzen.

Merkel warnte davor, in alte Diskussionen um Verteilungskämpfe zwischen Ost und West zurückzufallen. «Wir sollten die Bedürfnisse auch der Erneuerung in den alten Bundesländern nicht gegen das, was in den neuen Bundesländern passiert, ausspielen», sagte die Kanzlerin im ARD-«Morgenmagazin». Gleichwertige Lebensverhältnisse gebe es dann, wenn die strukturellen Unterschiede zwischen Ost und West behoben seien.

Der frühere Bürgerrechtler Arnold Vaatz warnte bei aller Freude über das Ereignis auch vor DDR-Nostalgie. «Es ist allerdings auch notwendig, dass man der Frage nachgeht, wie es denn wirklich dazu gekommen ist, und dabei die innere Entwicklung der DDR mit einzubeziehen», sagte der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete dem «Kölner Stadt-Anzeiger» (Montag). «Die Menschen wollten Veränderungen. Das scheinen die DDR-Nostalgiker manchmal zu vergessen.»

US-Außenministerin Hillary Clinton würdigte den Fall der Mauer im Vorfeld der Feierlichkeiten als eines der wichtigsten Ereignisse des 20. Jahrhunderts. Die Ereignisse vom 9. November 1989 hätten «die Landschaft eines Kontinents verändert», sagte Clinton bei ihrem ersten Deutschland-Besuch als Ministerin am Sonntagabend in Berlin. Die deutsche Hauptstadt sei heute die Verkörperung dessen, «was wir gemeinsam erreicht haben». Zugleich rief sie dazu auf, auch die «Mauern des 21. Jahrhunderts» zu Fall zu bringen. Als größte internationale Herausforderungen nannte die US-Außenministerin den Kampf gegen den Terrorismus, gegen die Weiterverbreitung von Atomwaffen sowie gegen den Klimawandel.

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