Oskars Zwillingsbruder torpediert den Landtagswahlkampf.

wza_1500x690_526445.jpeg
Ein Bild aus besseren Familientagen: Oskar Lafontaine (re.) und sein Zwillingsbruder Hans (l.) 1997 bei der Taufe von Oskars Sohn Carl Maurice.

Ein Bild aus besseren Familientagen: Oskar Lafontaine (re.) und sein Zwillingsbruder Hans (l.) 1997 bei der Taufe von Oskars Sohn Carl Maurice.

dpa

Ein Bild aus besseren Familientagen: Oskar Lafontaine (re.) und sein Zwillingsbruder Hans (l.) 1997 bei der Taufe von Oskars Sohn Carl Maurice.

Saarbrücken. Mitten im saarländischen Landtagswahlkampf erhält Linken-Spitzenkandidat Oskar Lafontaine Gegenwind aus der eigenen Familie. Sein Zwillingsbruder Hans verärgerte den Parteichef der Linken nach Informationen von "Spiegel online" mit Spitzelvorwürfen gegen einen Bundestagsabgeordneten der Partei. Für Lafontaine eine unangenehme Debatte: Er will nach der Wahl Ende August wieder Ministerpräsident im Saarland werden.

Hans Lafontaine ist demnach davon überzeugt, dass ein saarländischer Bundestagsabgeordnete der Linken als Zuträger für den Verfassungsschutz gearbeitet hat. Oskar Lafontaine wollte sich zu dem Vorwurf nicht äußern: "Familiäre Fragen beantworte ich nicht", zitierte "Spiegel online".

Laut dem Nachrichtenmagazin ist Hans Lafontaine (65) Rechtsanwalt in Saarbrücken. Wie sein Zwillingsbruder war er zunächst Mitglied der SPD. Als Oskar der Partei den Rücken kehrte, habe auch der Zwillingsbruder sein Parteibuch zurückgegeben und sei zur Saar-PDS übergetreten, die damals von dem Bundestagsabgeordneten geführt worden sei. Zwischen 2006 und 2007 arbeitete Hans Lafontaine für dessen Wahlkreisbüro. Schon damals habe er sich "von Anfang beobachtet gefühlt", sagt er.

Linken-Parteispitzen dementiert die Vorwürfe des Zwillingsbruders

Die Linke im Saarland wurde den Angaben zufolge bis Ende 2007 tatsächlich vom Landesverfassungsschutz beobachtet. Hans Lafontaine habe auf Herausgabe seiner Akte geklagt. Schließlich erhielt er Einsicht in die zum Teil geschwärzten Blätter, mit handschriftlichen Anmerkungen, die ihm verdächtig bekannt vorgekommen seien. Seine Schlussfolgerung: Der Bundestagsabgeordnete habe für den Verfassungsschutz gearbeitet.

Um mehr in der Hand zu haben, habe Hans Lafontaine eine französische Grafologin mit einem Gutachten beauftragt. Die sei nach einem Vergleich von Schriftproben zu dem Ergebnis gekommen, "dass die handschriftlichen Anmerkungen vom gleichen Verfasser gemacht wurden" wie eindeutig dem Abgeordneten zuzuordnende Briefe. Lafontaine habe daraufhin seinen Bruder Oskar und den Fraktionsvorsitzenden der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, informiert.

Die Linken-Parteispitze gab daraufhin ein weiteres Gutachten in Auftrag, das laut "Spiegel online" jedoch die Übereinstimmungen der Handschrift nicht bestätigte. Auch der Verfassungsschutz und der Abgeordnete selbst dementierten jede Zusammenarbeit.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer