Berlin/London. So etwas nennt man einen Aufschlag. Am Sonntag sorgte Ursula von der Leyen mit ihrem Plan für eine familienfreundliche Bundeswehr für Schlagzeilen, am Montag saß die neue Verteidigungsministerin in der Maschine nach London. Antrittsbesuch. In Afghanistan war sie schon vor Weihnachten. Die CDU-Politikerin lässt nichts aus, um sich als erste Frau an der Spitze der Bundeswehr schnell Respekt zu erwerben.

Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ist zufrieden. Ihr Sprecher Steffen Seibert sagte, die Bundeswehr müsse als Arbeitgeber attraktiv sein, denn sie stehe in Konkurrenz zur freien Wirtschaft. Der Ansatz der Ministerin sei daher richtig. Der Bundeswehrverband und der Wehrbeauftragte des Bundestages äußerten sich ebenfalls positiv. Seit Jahren häufen sich bei beiden Institutionen die Beschwerden wegen mangelnder Kinderbetreuungsmöglichkeiten, schlechter Arbeitszeiten oder Versetzungen weit weg von den Familien.

Ministeriumssprecher: Vieles ist eine Frage der Organisation

Der Sprecher der Ministerin versicherte am Montag, zusätzliches Geld werde die familienfreundliche Bundeswehr nicht kosten. Vieles sei auch schlicht eine Frage der besseren Organisation, etwa dass man Soldaten, die Kinder hätten, nicht in den Ferien in Übungen schicke.

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