Kriminalität soll grenzüberschreitend verfolgt werden.

Ein Mann demonstriert in Italien gegen die Mafia.
Ein Mann demonstriert in Italien gegen die Mafia.

Ein Mann demonstriert in Italien gegen die Mafia.

dpa

Ein Mann demonstriert in Italien gegen die Mafia.

Brüssel. Beim Kampf gegen die Mafia soll Europa stärker zusammenarbeiten, fordert das Europaparlament. Denn die organisierte Kriminalität überschreite Landesgrenzen. Europaweit haben Mafiosi demnach allein 2010 geschätzte 135 Milliarden Euro Schaden angerichtet, ein Drittel davon entfalle allein auf die italienische Ndrangheta – verantwortlich unter anderem für die Duisburger Mafiamorde von 2007. Damals waren sechs Italiener vor einer Pizzeria auf offener Straße erschossen worden.

Die Italiener drängen auf eine bessere Zusammenarbeit in der EU

Besonders die Italiener im Europaparlament wollen den Kampf gegen das kriminelle Gestrüpp über die Grenzen ihres Landes hinaus tragen. Verfasserin des im Europaparlament nun mit großer Mehrheit verabschiedeten Papiers ist die liberale sizilianische Abgeordnete Sonia Alfano, deren Vater Beppe von der Mafia getötet wurde. Ihr sozialdemokratischer Landsmann Rosario Crocetta, Mitinitiator des Forderungskatalogs zum Anti-Mafia-Kampf, steht seit 2003 unter Polizeischutz. Die Mafia habe ihn zum Tode verurteilt, sagt er.

Mit der Resolution rufen die Parlamentarier nach einem strikteren Regelwerk, um die Geldflüsse der Clans auszutrocknen. Dies soll zum Beispiel verhindern, dass mit der Mafia verbandelte Firmen öffentliche Aufträge erhalten.

Eine Kommission soll Vorschläge erarbeiten

Die Abgeordneten fordern die EU-Kommission nun auf, Pläne auszuarbeiten, wie sich „gewaschenes“ Schwarzgeld zurückverfolgen lässt. Das Parlament selbst will innerhalb des nächsten Vierteljahres einen Sonderausschuss bilden, der die „Verseuchung der legalen Wirtschaft und des Finanzwesens“ untersuchen und Vorschläge für Gesetze machen soll.

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