Geburt: Stattdessen soll es mehr Informationen über Hilfsangebote geben.

Eine Babyklappe in Hannover: Rund 80 dieser Auffangstationen für Säuglinge gibt es bundesweit. Jetzt stehen sie in der Kritik des Ethikrats.
Eine Babyklappe in Hannover: Rund 80 dieser Auffangstationen für Säuglinge gibt es bundesweit. Jetzt stehen sie in der Kritik des Ethikrats.

Eine Babyklappe in Hannover: Rund 80 dieser Auffangstationen für Säuglinge gibt es bundesweit. Jetzt stehen sie in der Kritik des Ethikrats.

dpa

Eine Babyklappe in Hannover: Rund 80 dieser Auffangstationen für Säuglinge gibt es bundesweit. Jetzt stehen sie in der Kritik des Ethikrats.

Berlin. Babyklappen und Angebote zur anonymen Geburt sollten aus Sicht des Deutschen Ethikrats aufgegeben werden. "Die bestehenden Angebote anonymer Kindesabgabe sind ethisch und rechtlich sehr problematisch, insbesondere weil sie das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Herkunft und auf Beziehung zu seinen Eltern verletzen", heißt es in der am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Stellungnahme des Deutschen Ethikrats. Die bisherigen Erfahrungen legten zudem nahe, dass Frauen, bei denen die Gefahr bestehe, dass sie ihr Baby töten oder aussetzen, von diesen Angeboten nicht erreicht werden.

Der Ethikrat empfiehlt, stattdessen die Informationen über die Hilfsangebote für Schwangere und Mütter in Not- und Konfliktlagen zu verstärken. Um darüber hinaus zu helfen, schlägt der Ethikrat ein "Gesetz zur vertraulichen Kindesabgabe mit vorübergehend anonymer Meldung" vor.

Der Deutsche Ethikrat ist ein unabhängiges Sachverständigengremium. Zu seinen Aufgaben gehören Empfehlungen für Bundestag und Bundesrat.

In einem ergänzenden Votum tragen laut der Mitteilung zwei Ratsmitglieder zwar die Empfehlung mit, die Angebote der anonymen Kindesabgabe aufzugeben. Sie halten aber eine gesetzliche Regelung für eine vertrauliche Geburt nicht für erforderlich. Das Ziel, Frauen zur Bewältigung ihrer Notsituation einen vertraulichen Schutzraum zu gewähren, kann aus ihrer Sicht bereits mit den vorhandenen Hilfsmöglichkeiten erreicht werden. Sechs weitere Mitglieder halten in einem Sondervotum fest, dass sie die Empfehlung, die Angebote zur anonymen Kindesabgabe sofort oder schrittweise zu schließen, nicht mittragen können.

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischöfin Margot Käßmann, hat die geforderte Abschaffung scharf kritisiert. Würden Babyklappen abgeschafft, bliebe ein Kreis nicht erreichbarer Hilfebedürftiger zurück, sagte sie.

Mütter in einer Notlage können in Deutschland ihre Neugeborenen anonym im Krankenhaus oder in einer Babyklappe abgeben. Es gibt dazu keine offizielle Statistik. Die Bundesregierung geht bisher von 143abgegebenen Kindern in Babyklappen aus. Es gibt rund 80dieser Klappen.

Nach eingehender Beratung wird der Säugling im Krankenhaus ohne Namensnennung der Mutter geboren und an die Klinik übergeben. Gegenwärtig bieten etwa 130 deutsche Kliniken Frauen eine anonyme Entbindung mit ärztlicher Versorgung an. Das wurde bisher 88 mal in Anspruch genommen.

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