Fast jeder zweite Wähler weiß laut einer Umfrage nicht genau, was die Kreuze auf dem Wahlzettel bedeuten.

Bundestag
Man darf auch nur die Erststimme abgeben – oder nur die zweite. Aber auf jede Seite des Zettels gehört nur ein Kreuz!

Man darf auch nur die Erststimme abgeben – oder nur die zweite. Aber auf jede Seite des Zettels gehört nur ein Kreuz!

dpa

Man darf auch nur die Erststimme abgeben – oder nur die zweite. Aber auf jede Seite des Zettels gehört nur ein Kreuz!

Düsseldorf. In der Musik begleitet die Zweitstimme die melodieführende erste – und damit wichtigere – Stimme. Dieses Prinzip scheinen erschreckend viele Menschen auf die Bundestagswahl zu übertragen. Bei einer Forsa-Umfrage sagten kürzlich 43 Prozent der Befragten, die Erststimme sei für den Ausgang der Wahl wichtiger. Dass das falsch ist, weiß zwar ein Tageszeitungsleser. Aber machen Sie mal den Test im Bekanntenkreis, vielleicht auch bei Jungwählern: Da wird manch ein Unwissender seiner Stimmabgabe am Ende vielleicht ein Gewicht verleihen, das er so gar nicht beabsichtigte.

Mit der Zweitstimme (rechts auf dem Wahlzettel) stimmt man für die Landesliste einer Partei. Die Stimmen, die die einzelnen Parteien hier erhalten, entscheiden darüber, wie sie prozentual im Bundestag vertreten sind. Bekommt die X-Partei 32 Prozent der Zweitstimmen, so darf sie sicher sein, dass sie 32 Prozent der Sitze im Bundestag erhält.

Mit der Erststimme wird ein Direktkandidat des Wahlkreises gewählt. So wird zwar die Hälfte der Bundestagsabgeordneten bestimmt. Jedoch muss sich die jeweilige Partei diese Mandate auf die ihr insgesamt nach den Zweitstimmen zustehenden Sitze anrechnen lassen.

Für Wahlrechts-Feinschmecker sei noch ergänzt, dass das Thema zwar noch durch „Überhangmandate“ verkompliziert wird. Doch wichtig ist und bleibt: Die Zweitstimme entscheidet über die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag. Und ist daher viel mehr als „nur die Zweitstimme“.

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