Die Verkehrsminister beraten am Donnerstag über die Sicherheit vor Schulen. NRW-Minister Groschek denkt an Hol- und Bringzonen.

Oftmals entstehen gefährliche Situationen, wenn Eltern ihre Kinder vor dem Schulgelände abholen.
Oftmals entstehen gefährliche Situationen, wenn Eltern ihre Kinder vor dem Schulgelände abholen.

Oftmals entstehen gefährliche Situationen, wenn Eltern ihre Kinder vor dem Schulgelände abholen.

Ralf Hirschberger

Oftmals entstehen gefährliche Situationen, wenn Eltern ihre Kinder vor dem Schulgelände abholen.

Düsseldorf. Absolutes Halteverbot vor Schulen und Kindertageseinrichtungen – das fordert Verkehrsminister Michael Groschek (SPD), um die Sicherheit für die Schüler vor den Einrichtungen drastisch zu verbessern. Er bringt für die „Elterntaxis“ Hol- und Bring-Zonen in der Nähe der Schulen ins Gespräch. Am Donnerstag werden in der Verkehrsministerkonferenz Vorschläge diskutiert, wie die Situation verbessert werden kann.

Denn kurz vor Unterrichtsbeginn ist morgens einiges los vor dem Schulhof – viele Kinder überqueren die Straße, ohne sich richtig umzusehen. Wenn dann auch noch Eltern direkt bis vor die Eingangstür fahren, ist Chaos programmiert.

Grundschüler sollten zu Fuß zur Schule gehen

„Die Elterntaxis machen die Situation vor Schulen noch gefährlicher, der jetzige Zustand ist nicht tragbar“, ist auch Regine Schwarzhoff, Landesvorsitzende des Elternvereins NRW, überzeugt. Ihr Vorschlag: Die Schulen sollten eine Bannmeile um den Eingangsbereich ziehen. „Grundschulen sollten fußläufig erreichbar sein, da ist es gar nicht nötig, das Kind mit dem Auto zu fahren.“

Auch der Verkehrsclub Deutschland NRW (VCD) hält ein Halteverbot für Elterntaxis für eine sinnvolle Maßnahme. Denn wenn die fahrenden Eltern durch ihre eigenen Kinder abgelenkt seien, würden sie Mädchen und Jungen, die plötzlich auf die Straße springen, leicht übersehen. „Gut wäre es, anstelle von Elterntaxis die Schüler öfter zu Fuß zum Unterricht gehen zu lassen. Für die körperliche und seelische Entwicklung von Kindern ist es wichtig, dass sie lernen, selbstständig und mobil zu werden“, sagt Uwe Maaßen, Sprecher des VCD NRW.

Dass aus gut gemeinten Absichten der Eltern oftmals Sicherheitsrisiken für Kinder werden, weiß auch Andreas Hölzel vom ADAC: „Das Unfallrisiko steigt durch dieses Verhalten enorm. Deswegen ist die Einrichtung von Elterntaxi-Haltestellen in etwa 250 Metern Abstand zu den Schulen erstrebenswert.“

2014 waren laut Statistischem Bundesamt 23 000 Kinder in Deutschland in Verkehrsunfälle verwickelt. Besonders viele Sechs- bis 14-Jährige verunglückten in den Zeiten, in denen sie sich auf dem Weg zur Schule befanden.

Die Verkehrsminister der Länder wollen zudem ein generelles Tempo 30 vor Kindertagesstätten, Schulen und Altenheimen durchsetzen.

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