Die gute Nachricht: Ehemalige Heimkinder, die in den frühen Jahren der Bundesrepublik hinter Anstaltsmauern von ihren sogenannten Erziehern gedemütigt, geschlagen und gefoltert worden waren, bekommen endlich Geld für das erlittene Unrecht. Die schlechte Nachricht: Die Ausgleichsfonds sind gedeckelt. Es gibt also aller Voraussicht nach nichts oben drauf, sollte sich herausstellen, dass die 120 Millionen Euro nicht ausreichen.

Die Fonds – einer für entgangene Rentenzahlung aus Zwangsarbeit in Heimen und einer zur Linderung der Folgeschäden – sind eine billigere Lösung, als es die geforderten Einmalzahlungen von über 50 000 Euro für betagte Heimopfer oder eine monatliche Opferrente von 300 Euro gewesen wären.

Deswegen hat die gute Tat, auf die sich der Runde Tisch verständigte, einen Beigeschmack. Zumindest kommen ehemalige Heimkinder jetzt an Geld, mit dem sie Therapien und Traumabehandlungen bezahlen und Armut im Alter lindern können. Dies ist ein später Ausgleich, für den die Opfer hoffentlich nun nicht noch unwürdig anstehen müssen.

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