Die größten Rassenprobleme scheinen überwunden, das Bewusstsein für die Umwelt wächst.

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Ein Jahr im Amt: Präsident Barack Obama

Ein Jahr im Amt: Präsident Barack Obama

dpa

Ein Jahr im Amt: Präsident Barack Obama

Washington. Ein Jahr nach dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Barack Obama hat sich Amerika tiefgreifend verändert. Der Staat mischt kräftig in der Privatwirtschaft mit, in der Außen- und Sicherheitspolitik hat Obama neue Prioritäten gesetzt. Besonders deutlich aber ist der Wandel in der Gesellschaft zu erkennen. Die Beziehungen zwischen Weißen und Schwarzen haben sich deutlich entspannt. Auch zeichnet sich in der Öffentlichkeit ein Umweltbewusstsein ab, das noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre.

Diese Veränderungen gehen zweifellos auf das Konto des unverbesserlichen Optimisten und unermüdlichen Kämpfers Obama. Nach seinem historischen Wahlsieg gab der neugewählte Präsident seinen Landsleuten wieder Hoffnung und wies gleichzeitig darauf hin, dass der Weg "zurück an die Spitze" beschwerlich sein werde. Damit hat Obama Recht behalten, denn leicht wird es nicht.

Die Konjunktur bewegt sich nach wie vor auf brüchigem Boden, immer mehr US-Bürger verlieren ihren Job. Nach dem vereitelten Terroranschlag vom ersten Weihnachtstag sind die Amerikaner zu der schmerzhaften Einsicht gelangt, dass die USA trotz immenser Sicherheitsvorkehrungen anfällig für Angriffe bleiben. Auch lässt ein Ende der Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan noch auf sich warten.

Viele Schwarze sehen Obamas Wahl als Vertrauensbeweis der Weißen

Fortschritte haben die USA hingegen als Gesellschaft gemacht. Das Misstrauen zwischen Weißen und Afro-Amerikanern ist größtenteils überwunden, sieht man von Zwischenfällen in erzkonservativen Südstaaten sowie den hasserfüllten Tiraden rechtsgerichteter Kommentatoren ab. Der Afro-Amerikaner Reggie Burrell erklärt das Phänomen mit dem Vertrauen, das Weiße ihren schwarzen Landsleuten mit der Wahl Obamas erbrachten. "Wir wissen zu schätzen, dass Weiße uns nicht nur zutrauen, Profisportler oder Rapper zu werden, sondern das mächtigste Amt im Land zu übernehmen."

Schulen und Polizei melden einen klaren Rückgang von rassistisch motivierten Prügeleien und Ausschreitungen. Viele junge Schwarze sind dem Aufruf Obamas gefolgt, ihre Zukunft auf Bildung aufzubauen. 2009 hat die Zahl afro-amerikanischer High-School-Absolventen und neu immatrikulierter Universitätsstudenten den höchsten Stand in der Geschichte der Vereinigten Staaten erreicht.

Bemerkenswert ist der Trend zu einem "Grünen Amerika". Wohlhabende Familien geben ihre spritschluckenden Straßenkreuzer in Zahlung und kaufen sparsame Hybrid-Autos. Rechtsanwalt Rody McLaughlin aus Virginia zum Beispiel tauschte seinen Chevy Suburban gegen einen Toyota Prius. Wie viele andere begründet er seine Entscheidung mit den unter Obama genehmigten Steuernachlässen zur Förderung alternativer Energien und dem Kampf gegen die CO2-Emmissionen.

Auffallend ist zudem das wachsende soziale Engagement. In wohlhabenden Vororten von Washington oder New York verbringen Väter immer seltener den Samstag auf dem Golfplatz, sondern arbeiten als freiwillige Helfer bei den Pfadfindern, in Kirchen oder karitativen Organisationen. Der Grund: Der Präsident habe immer die Bedeutung vom "Dienst an der Gemeinde" betont und als Kommunalpolitiker in Chicago auch vorexerziert. Seinem Beispiel wolle man folgen.

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