Das kaufkräftige Publikum lockt Täter in die Landeshauptstadt. Wuppertal und Krefeld sind sicherer.

Düsseldorf. Die Zahl der Taschendiebstähle ist in Deutschland stark gestiegen. Am häufigsten schlagen Diebe in Düsseldorf, Köln, Hamburg und Dortmund zu. Das zeigt eine Studie des Internetportals „Ab in den Urlaub“, das die Kriminalstatistik ausgewertet hat. Polizisten bestätigen: Es gibt keine Hochsaison mehr. Taschendiebe sind inzwischen zu jeder Jahreszeit unterwegs.

„Dort, wo viele Menschen auf engem Raum sind, haben Taschendiebe leichtes Spiel“, sagt Michael Baum, Polizeisprecher im Präsidium Düsseldorf. „Das ist vor allem in U-Bahnen, Bussen und natürlich auf Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkten so.“

136 000 Taschendiebstähle wurden 2013 bundesweit registriert. Das sind 18 000 mehr als im Vorjahr. Die Dunkelziffer ist höher.

Auffallend wenig Diebstähle gibt es in München

Taschendiebe zieht es in die Großstädte. Bei einer Vergleichsgröße von Diebstählen pro 100 000 Einwohner liegt Düsseldorf auf Platz Eins der Städte mit den meisten Taschendiebstählen. 1400 registrierte Taten gab es dort 2013 (insgesamt: 8299 Fälle, 2519 Fälle mehr als noch 2012). Statistisch gesehen sind das mehr als doppelt so viele Fälle wie in Berlin (600 Delikte pro 100 000 Einwohner). Knapp hinter Berlin kommt Wuppertal mit 509 Delikten. Krefeld zählt mit 265 Taten pro 100 000 Einwohner nicht zu den Hochburgen.

Auffallend wenig Diebstähle gibt es in der bayerischen Landeshauptstadt. In München wurden 2013 nur 206 Fälle angezeigt, ebenfalls auf 100 000 Einwohner gerechnet. In Polizeikreisen verweist man auf die bayerische Justiz, die sofort Gefängnisstrafen verhänge.

Die Aufklärungsquote ist niedrig. In den NRW-Großstädten wie Düsseldorf, Krefeld und Wuppertal liegt sie bei vier bis sechs Prozent. München kann 13 Prozent der Delikte aufklären.

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