Islamisten unterbrachen am Dienstag mit einem Sprengstoffanschlag auf eine Brücke am Khyber-Pass im Nordwesten Pakistans die wichtigste Nachschubroute für die Nato-Streitkräfte in Afghanistan.

Afghanische Soldaten an der Anschlagstelle vor der deutschen Botschaft in Kabul (Archivfoto vom  Januar 2009). Der afghanische Geheimdienst hat im Zusammenhang mit dem Selbstmordanschlag vor der deutschen Botschaft in Kabul nach eigenen Angaben einen ersten Fahndungserfolg erzielt.
Afghanische Soldaten an der Anschlagstelle vor der deutschen Botschaft in Kabul (Archivfoto vom Januar 2009). Der afghanische Geheimdienst hat im Zusammenhang mit dem Selbstmordanschlag vor der deutschen Botschaft in Kabul nach eigenen Angaben einen ersten Fahndungserfolg erzielt.

Afghanische Soldaten an der Anschlagstelle vor der deutschen Botschaft in Kabul (Archivfoto vom Januar 2009). Der afghanische Geheimdienst hat im Zusammenhang mit dem Selbstmordanschlag vor der deutschen Botschaft in Kabul nach eigenen Angaben einen ersten Fahndungserfolg erzielt.

dpa

Afghanische Soldaten an der Anschlagstelle vor der deutschen Botschaft in Kabul (Archivfoto vom Januar 2009). Der afghanische Geheimdienst hat im Zusammenhang mit dem Selbstmordanschlag vor der deutschen Botschaft in Kabul nach eigenen Angaben einen ersten Fahndungserfolg erzielt.

Kabul. Die afghanischen Behörden haben den mutmaßlichen Drahtzieher des Anschlags nahe der deutschen Botschaft in Kabul von Mitte Januar gefasst. Es handele sich um einen Pakistaner, der vermutlich der Anführer einer insgesamt 17-köpfigen Extremistengruppe sei, teilte die Nationale Sicherheitsbehörde (NDS) am Dienstag in Kabul mit. Ein Selbstmordattentäter hatte am 17. Januar fünf Menschen mit in den Tod gerissen, rund 30 weitere wurden verletzt.

Die Festgenommenen sollen für mindestens sechs Selbstmordanschläge in Kabul verantwortlich sein. Alle 17 hätten ihre Beteiligung an den Anschlägen gestanden, sagte ein Sprecher der Behörde auf einer Pressekonferenz. Die NDS verteilte an Reporter gefilmte Geständnisse einiger der mutmaßlichen Extremisten auf DVD.

Die Gruppe gehört demnach zu dem den Taliban nahestehenden afghanischen Haqqani-Netzwerk sowie zu der im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan ansässigen Gruppe Harakat-ul-Mujahideen. Die Festgenommenen sind den Angaben zufolge zwischen 23 und 55 Jahre alt und stammen mit Ausnahme des 23-jährigen pakistanischen Anführers aus Afghanistan. Nach drei weiteren Männern werde gefahndet.

Bei den sechs Anschlägen wurden mindestens 20 afghanische Zivilisten getötet und mehr als 120 weitere verletzt. Die Zahl der bei den Anschlägen getöteten ausländischen Soldaten konnte der NDS-Sprecher nicht angeben. Einer der Anschläge wurde am 27. November nahe der US-Botschaft verübt. Dabei waren vier Zivilisten getötet worden.

Die Nato hatte nach eigenen Angaben bereits in den vergangenen Wochen mehrere Verdächtige im Zusammenhang mit dem Anschlag nahe der deutschen Botschaft festgenommen. Zu der Tat, bei der vier Zivilisten und ein US-Soldat getötet worden waren, hatten sich die radikalislamischen Taliban bekannt.

 Ein Taliban-Sprecher hatte gesagt, Ziel des Täters seien zwei Fahrzeuge der deutschen Botschaft gewesen. Unter den Verletzten waren mehrere Mitarbeiter der deutschen Botschaft. Am Botschaftsgebäude selbst entstand nach Angaben des Auswärtigen Amtes «erheblicher Sachschaden». In der besonders gesicherten Gegend befinden sich weitere diplomatische Vertretungen sowie Büros der Vereinten Nationen.

Am Dienstag unterbrachen Islamisten mit einem Sprengstoffanschlag auf eine Brücke am Khyber-Pass im Nordwesten Pakistans die wichtigste Nachschubroute für die Nato-Streitkräfte in Afghanistan. Der Sprengsatz ging um 06.00 Uhr Ortszeit (02.00 Uhr MEZ) hoch, bis zum Abschluss der Reparaturen könne kein Fahrzeug mehr die Brücke passieren, sagte Behördenvertreter Tariq Hayat AFP. Der Verkehr sollte den Behörden zufolge am Mittwoch wieder fließen.

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