Millionen Ägypter auf der Straße

Kairo (dpa) - Der friedliche Protest von Millionen Ägyptern bringt das Mubarak-Regime ins Wanken und schlägt immer höhere Wellen in der gesamten arabischen Region. Allein in der Hauptstadt Kairo demonstrierten heute nach Informationen des Senders Al-Dschasira bis zu zwei Millionen Menschen. In Jordanien entließ König Abdullah II. seinen Ministerpräsidenten und kündigte Reformen an. Auch in Algerien und Syrien formiert sich Widerstand gegen politische und wirtschaftliche Missstände.

Ägypten-Reisen abgesagt

Berlin (dpa) - Die großen deutschen Reiseveranstalter werden bis Mitte Februar keine Urlauber mehr nach Ägypten bringen. Die Reiseverträge werden von den meisten Anbietern aktiv gekündigt, wie der Deutsche Reiseverband mitteilte. Das bedeutet, dass Abflüge gestrichen werden und betroffene Urlauber ihr Geld zurückbekommen. An eine Evakuierung aller deutschen Touristen in Ägypten ist aber weiter nicht gedacht. Mit der Entscheidung reagiert die Reisebranche auf die erneute Verschärfung der Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes. Das Ministerium rät dringend von Reisen nach Ägypten ab.

Anti-Terror-Maßnahmen entschärft

Berlin (dpa) - Nach zweieinhalb Monaten erhöhter Alarmbereitschaft hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière die Anti-Terror-Maßnahmen in Deutschland wieder zurückgefahren. Die Polizeipräsenz an Brennpunkten wie Flughäfen und Bahnhöfen wird verringert. Entwarnung gab der CDU-Politiker aber nicht. Es gebe weiterhin Hinweise auf terroristische Aktivitäten, die Sicherheitsmaßnahmen könnten jederzeit wieder verstärkt werden. De Maizière hatte im November mit einer ungewöhnlich deutlichen Terrorwarnung die deutsche Öffentlichkeit aufgeschreckt.

Merkel bringt weitere Sanktionen gegen Iran ins Spiel

Jerusalem (dpa) - Kanzlerin Angela Merkel hat angesichts der Bedrohung Israels durch den Iran weitere Sanktionen gegen das Regime in Teheran nicht ausgeschlossen. Der Iran gefährde Frieden und Sicherheit in Israel und im gesamten Nahen Osten durch seine aggressive Politik. Das sagte Merkel vor einem Treffen mit dem israelischen Präsidenten Schimon Peres in Jerusalem. Wenn sich der Iran Verhandlungen über sein Nuklearprogramm weiter verschließe, seien schärfere Sanktionen unumgänglich, so Merkel.

Waffenmissbrauch heizt Diskussion über Truppendisziplin an

Berlin (dpa) - Ein neuer Fall von Waffenmissbrauch bei der Bundeswehr in Afghanistan heizt die Diskussion über die Disziplin in der Truppe weiter an. Ein Stabsgefreiter hielt in der vergangenen Woche einem Kameraden die geladene Pistole an den Kopf. Die Opposition ist empört. Das Verteidigungsministerium spricht von Einzelfällen und sieht kein grundsätzliches Ausbildungsproblem. Der neue Vorfall betrifft dieselbe Kampfeinheit der Bundeswehr, in der sich im Dezember ein tödlicher Schießunfall ereignete.

FDP lehnt feste Frauenquote ab

Berlin (dpa) - Der Vorschlag von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen für eine feste Frauenquote sorgt in der Koalition weiter für Unruhe. Die FDP-Spitze lehnt einen festen Anteil kategorisch ab. Aus dem Umfeld von FDP-Chef Guido Westerwelle hieß es, er sei «nicht amüsiert» über den Streit zwischen von der Leyen und Familienministerin Kristina Schröder. Die Arbeitsministerin strebt eine Frauenquote von 30 Prozent in Aufsichtsräten und Vorständen an. Schröder will dagegen eine flexible Regelung.

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