Ministerpräsident aus dem Koma erwacht. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft.

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Dieter Althaus hatte ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten.

Dieter Althaus hatte ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten.

dpa

Dieter Althaus hatte ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten.

Schwarzach. Nach seinem schweren Skiunfall in Österreich geht es Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) allmählich besser. "Es geht bergauf", sagte Regierungssprecher Fried Dahmen am Sonntag nach einem Gespräch mit den behandelnden Medizinern. "Die Ärzte sind trotz der Schwere der Verletzungen mit dem Genesungsprozess insgesamt zufrieden."

Althaus war am Samstag aus dem künstlichen Koma erwacht, in das ihn die Ärzte wegen seiner Schädel-Hirn-Verletzung und einer Gehirnblutung versetzt hatten. Er sei ansprechbar und nehme seine Umgebung wahr, gaben die Ärzte bekannt. "Ich bin unendlich erleichtert, froh und glücklich", sagte Althaus’ Frau Katharina der "Bild am Sonntag". "Mein Mann hat mich sofort erkannt und auch gleich die Namen unserer Töchter genannt."

Nach Angaben seines Sprechers braucht Althaus sehr viel Ruhe und schlafe viel. "Wann Herr Althaus transportfähig ist, darüber ist noch nicht entschieden worden", erklärte Dahmen. Althaus war am Neujahrstag auf einer Piste der Riesneralm in der Steiermark mit der 41-jährigen Slowakin zusammengestoßen.

Bisher, betonte Klinikleiter Reinhard Lenzhofer, sei Althaus noch nicht über den Tod der Frau informiert worden, "weil dies eine Belastung für ihn wäre. Das ist zurzeit für ihn noch unzumutbar". Nach MDR-Informationen soll die Frau am Mittwoch in Riegersburg in der Ost-steiermark beigesetzt werden.

Es haben sich weiterhin keine Zeugen des Unfalls gemeldet

Gegen Althaus wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Dieses Delikt kann in Österreich mit maximal zwei Jahren Gefängnis bestraft werden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde eine Autopsie der Leiche der Slowakin vorgenommen. Zudem sollen mehrere Gutachter die Unfallursache ermitteln.

Zeugen des tragischen Unglücks haben sich noch nicht gemeldet. Eine Vernehmung des Ministerpräsidenten sei allerdings "nicht dringend", hieß es. Die Staatsanwaltschaft werde auch keine Einwände gegen die mögliche Ausreise des Politikers erheben.

Ehemalige Profiskifahrer sprachen sich derweil für eine Helmpflicht auf Pisten aus. "Das würde die Schwere der Verletzungen stark reduzieren", sagte Hilde Gerg, 20-fache Weltcupsiegerin und Weltmeisterin von 2005. Markus Wasmeier, Doppel-Olympiasieger von 1994, sprach sich für eine gesetzliche Helmpflicht für Jugendliche aus.

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