Nach Drohung von El Kaida schließen Washington und London ihre Botschaften in Sanaa.

Jemenitische Soldaten bewachen die US-Botschaft in Sanaa. Wegen Terrordrohungen wurde sie geschlossen.
Jemenitische Soldaten bewachen die US-Botschaft in Sanaa. Wegen Terrordrohungen wurde sie geschlossen.

Jemenitische Soldaten bewachen die US-Botschaft in Sanaa. Wegen Terrordrohungen wurde sie geschlossen.

dpa

Jemenitische Soldaten bewachen die US-Botschaft in Sanaa. Wegen Terrordrohungen wurde sie geschlossen.

Sanaa. Die Zeichen einer verhaltenen Nervosität sind in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa nicht zu übersehen. General David Petraeus, der US-Militärkommandeur für den Raum zwischen Mogadischu und dem Hindukusch, tauchte am Wochenende bei Präsident Ali Abdullah Salih auf. Die Botschaft zwischen den Zeilen: Washington verschärft die Gangart gegen den Terror.

Außenminister Abu Bakr al-Kirbi beteuerte zwar, dass der Jemen das Geschäft der Terrorbekämpfung "selbst" betreibe. Doch die USA und Großbritannien ließen bereits wissen, dass sie eine Anti-Terroreinheit in dem arabischen Land finanzieren wollen. Auch soll die Küstenwache des Jemen Hilfe der beiden Verbündeten bekommen.

Die Botschaften der USA und Großbritanniens in Sanaa schlossen am Sonntag wegen einer Terrordrohung der jemenitischen El Kaida ihre Pforten. Auch die deutsche Botschaft verschärfte ihre Sicherheitsvorkehrungen.

Seitdem US-Präsident Barack Obama tags zuvor die El Kaida im Jemen erstmals öffentlich der Urheberschaft des vereitelten Flugzeuganschlags von Detroit beschuldigte, ist klar: Über den Wadis und Berghöhlen der südöstlichen Provinzen, wo die Schurken der neuen El-Kaida-Generation vermutet werden, braut sich ein amerikanisches Strafgewitter zusammen.

Die Extremisten sollen den verhinderten Flugzeugattentäter Umar Farouk Abdulmutallab im jemenitischen Hinterland im Umgang mit seiner "Unterhosen-Bombe" geschult haben. Ihre Organisation nennt sich El Kaida auf der arabischen Halbinsel. Ihr Anführer ist der Jemenit Nasser al-Wahischi. Er war Osama bin Ladens Sekretär im Afghanistan-Krieg und kämpfte in jener Schlacht um die Bergfestung Tora Bora an seiner Seite, bei der Bin Laden den US-Truppen entwischte.

Der jemenitische Machtapparat ist von Extremisten unterwandert

Al-Wahischi entkam wiederum jenem Hochsicherheitsgefängnis in Sanaa, in das ihn die Jemeniten nach seiner Rückkehr aus Afghanistan gesteckt hatten. Er soll noch heute mit Bin Laden in Kontakt stehen. Sein saudischer Vize Said Ali al-Schihri überstand sechs Jahre Guantanamo.

Die Amerikaner würden diese beiden Männer lieber heute als morgen tot oder gefangen sehen. Ein Dorn im Auge ist ihnen auch der Imam (religiöse Führer) der Gruppe, Anwar al-Awlaki. Er ist in den USA geboren, besann sich seiner arabischen Wurzeln und wurde ein fanatischer Hassprediger. Er soll mit dem US-Major Nidal Malik Hasan einen regen E-Mail-Verkehr gehabt haben, der im November in der texanischen Militärbasis Fort Hood 13Soldaten erschoss. Auch dem Nigerianer Abdulmutallab soll Al-Awlaki vor der beabsichtigten Terrortat beigestanden haben.

Der Jemen sei "kein sicherer Hafen für Terroristen", beteuerte Geheimdienstchef Ali al-Anisi. Bis zu den Anschlägen vom September 2001 gingen jedoch islamistische Extremisten in dem arabischen Land ein und aus. Danach traf Präsident Salih eine strategische Entscheidung - für die USA und den Krieg gegen den Terror. Doch der Machtapparat ist von Gesinnungsgenossen der Islamisten unterwandert. Die enorme Korruption erleichtert es ihnen, die Behörden auszuspielen. Nach US-Medienberichten kundschaftet das US-Militär bereits Ziele für Luftschläge aus.

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