Rumiana Jeleva hat einen katastrophalen Auftritt hingelegt. Wenn diese Anhörungen der Mannschaft von Kommissions-Chef Barroso einen Sinn haben, kann es nur eine Konsequenz geben: Das Parlament muss die Ernennung Jelevas ablehnen.

Die Gerüchte über Verbindungen ihres Mannes zur bulgarischen Unterwelt sind das Geringste. Sie stellen eine politische Belastung dar, können aber nicht die Ablehnung der Kandidatin begründen. Anders verhält es sich mit unvollständigen Angaben zu Jelevas Geschäften. Aber selbst wenn sich erweisen sollte, dass ihr in diesem Punkt nur Ungeschicklichkeit anzulasten ist - der Eindruck massiver Inkompetenz bleibt.

Die Blamage geht auch zu Lasten derer, die die überforderte Kandidatin nicht zurückgehalten haben: Barroso und Jelevas Ziehväter der Christdemokraten. Die Europäische Volkspartei sollte sich gut überlegen, ob sie sich die Botschaft leisten möchte: Wer auf unserer Seite mitmacht, kann es auch ohne ausreichende Qualifikation ganz weit bringen.

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