Unbekannte richten in der chinesischen Metropole Kunming ein Blutbad an. 30 Reisende sterben. Waren uigurische Separatisten die Täter?

Terror
Der Bahnhof von Kunming am Tag danach: Blutlachen und Gepäckstücke der Reisenden erinnern an das Blutbad.

Der Bahnhof von Kunming am Tag danach: Blutlachen und Gepäckstücke der Reisenden erinnern an das Blutbad.

dpa

Der Bahnhof von Kunming am Tag danach: Blutlachen und Gepäckstücke der Reisenden erinnern an das Blutbad.

Kunming. Uigurische Separatisten sollen nach amtlichen Angaben für das Blutbad mit insgesamt 33 Toten im Bahnhof der Metropole Kunming in Südwestchina verantwortlich sein. Mehr als zehn schwarz gekleidete Täter seien am Samstagabend „wie verrückt“ mit langen Messern auf die Menschen in der Kartenverkaufshalle und auf dem Vorplatz des überfüllten Bahnhofs losgegangen.

Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, seien 30 Reisende getötet und 130 Menschen verletzt worden. Die Polizei habe „mindestens“ vier Angreifer erschossen, darunter eine Frau. Eine weitere Täterin sei verletzt festgenommen worden. Nach mindestens fünf anderen Angreifern wird noch gefahndet. Es sei „ein organisierter, vorsätzlicher und brutal ausgeführter terroristischer Überfall“ gewesen, berichteten die Behörden. Uigurische Separatisten aus der nordwestchinesischen Unruheregion Xinjiang seien dafür verantwortlich. Bilder zeigten Opfer in Blutlachen zwischen Gepäck, Schuhen und Habseligkeiten.

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping verurteilte die Tat und rief zum energischen Kampf gegen den Terrorismus auf. Ein Sprecher des in München ansässigen Weltkongresses der Uiguren distanzierte sich von der Attacke, die nicht zu rechtfertigen sei. Er forderte eine transparente Aufklärung des Verbrechens. Es dürfe nicht zu einer verstärkten Repression der Uiguren in China führen.

Ein Augenzeuge erinnert sich: „Sie fielen einfach zu Boden“

Gegen 21.20 Uhr Ortszeit nahm die Tragödie ihren Ausgang. Yang Haifei aus Kunming schilderte, er habe gerade eine Fahrkarte gekauft, als eine Gruppe von zumeist schwarz gekleideten Leuten aufgetaucht sei. „Ich sah einen Menschen mit einem langen Messer auf mich zukommen. Ich rannte mit anderen davon.“ Wer nicht schnell genug gewesen sei, sei schwer verletzt worden. „Sie fielen einfach zu Boden.“ Er selbst sei an Brust und Rücken getroffen worden. Der Bahnhof in Kunming zählt zu den größten in China und ist die Hauptdrehscheibe in Yunnan, das an Birma, Laos und Vietnam grenzt.

Die muslimischen Uiguren sind in Xinjiang in Nordwestchina beheimatet. Wegen der Spannungen zwischen der Minderheit und den Chinesen gilt die Region als Konfliktherd. Die Umstände der Bluttat wirkten ungewöhnlich. Meist kommt es in Xinjiang selbst zu Zusammenstößen zwischen Uiguren und chinesischen Sicherheitskräften, aber Gewalt außerhalb der autonomen Region ist eher selten.

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