"Zum Tee" hatten sich die Botschafter der 26 Nato-Länder mit ihrem russischen Amtskollegen Dmitri Rogosin verabredet. Formal ist der Nato-Russland-Rat immer noch auf Eis gelegt. Mit einer offiziellen Wiederbelebung wird Anfang März gerechnet.

Brüssel. Unmittelbar nach Ausbruch des Kaukasus-Krieges im Sommer 2008 drohte ein neuer Kalter Krieg aufzuziehen, inzwischen taut das Eis zwischen Russland und der Nato wieder auf. Erstmals seit fünf Monaten trat gestern in Brüssel der Nato-Russland-Rat zusammen - wenn auch nur im informellen Rahmen.

"Zum Tee" hatten sich die Botschafter der 26 Nato-Länder mit ihrem russischen Amtskollegen Dmitri Rogosin verabredet. Konkrete Resultate waren nicht zu erwarten, vielmehr ist die Begegnung an sich schon ein großer Schritt nach vorn. In "guter Atmosphäre" und "ohne Schuldzuweisungen" habe das Treffen stattgefunden, vermeldete eine Nato-Sprecherin.

Die Weichen zur Annäherung mit Russland hatten die Nato-Außenminister im Dezember gestellt, indem sie beschlossen, "ein abgestuftes neues Engagement mit Russland" suchen zu wollen - insbesondere auf den Feldern Piraten-Bekämpfung, Terrorismus und Afghanistan.

Formal ist der Nato-Russland-Rat immer noch auf Eis gelegt. Mit einer offiziellen Wiederbelebung wird Anfang März gerechnet. Dann tagen die Nato-Außenminister zum ersten Mal mit der neuen US-Außenministerin Hillary Clinton.

Derweil soll die russische Schwarzmeerflotte wegen des andauernden Südkaukasuskonflikts noch in diesem Jahr einen Stützpunkt an der Küste von Georgiens abtrünniger Region Abchasien beziehen. Es gebe eine Vereinbarung mit Russland, die Basis in Otschamtschir einzurichten, teilte ein Sprecher des abchasischen Präsidenten Sergej Bagapsch mit.

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