Parlament unterstützt Urlaub für die Kinder.

Brüssel. Mitte Februar gibt es vielerorts Winterferien, auch für die Bediensteten des Europa-Parlaments, die derzeit um 3,7 Prozent Gehaltserhöhung kämpfen. Für sie erfreulich: Wenn sie ihre Kinder in den Schnee schicken, bekommen sie einen Zuschuss aus der Parlamentskasse.

"Der Personalausschuss hilft den Familien, die kein sehr hohes gemeinsames Einkommen haben", erläutert Parlamentssprecherin Marjorie Van Den Broeke. Wenn beispielsweise das monatliche Haushaltseinkommen zwischen 5.100 und 6.500 Euro - netto - liegt, übernimmt das EP gut die Hälfte der Kosten für den einwöchigen Aufenthalt im Bergdorf Spiazzi di Gromo in den italienischen Alpen. Von den fälligen 920 Euro müssen die Eltern nur 441 Euro zahlen.

Wenn sich das "nicht sehr hohe Einkommen" irgendwo jenseits von 11.000 Euro bewegt, gibt es immer noch einen Zuschuss von fünf Prozent. Die "Scuolainmontagna" bietet "in multilingualer Umgebung" Skikurse für die Acht- bis Zwölfjährigen Kinder und "eine Fülle vorn Kultur- und Bildungsaktivitäten" wie etwa "Übungen mit Schneehunden".

Nicht allen Europa-Abgeordneten leuchtet ein, dass die gut entlohnten EU-Bediensteten für solche Zusatz-Ausbildung ihrer Kleinen einer Stütze bedürfen. "Unglaublich", meint die CDU-Parlamentarierin und Finanzexpertin Ingeborg Gräßle.

Der Haushaltskontrollausschuss werde die Angelegenheit Ende Januar mit dem EP-Generalsekretär besprechen. Das Statut für die EU-Bediensteten sei "eine Black Box voller Privilegien". Zum Teil seien die Beamten besser gestellt als die Abgeordneten.

Die Brüsseler Kommission hat die EU-Regierungen verklagt, weil sie dem Personal das Gehalt nur um 1,85 Prozent aufbessern wollen.

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