Die Bundesbürger arbeiten durchschnittlich 41,2 Stunden pro Woche – laut Tarif wären es nur 37,6.

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Ob im Handwerk, in der Industrie oder in Dienstleistungsberufen: Die Deutschen kommen auf hohe Wochenarbeitszeiten.

Ob im Handwerk, in der Industrie oder in Dienstleistungsberufen: Die Deutschen kommen auf hohe Wochenarbeitszeiten.

dpa

Ob im Handwerk, in der Industrie oder in Dienstleistungsberufen: Die Deutschen kommen auf hohe Wochenarbeitszeiten.

Brüssel. Die deutschen Beschäftigten arbeiten jede Woche deutlich länger als ihre Kollegen in Skandinavien, den Benelux-Ländern und in Südeuropa. Bundesbürger mit Vollzeitjob bringen es nach Berechnungen der zuständigen EU-Agentur im Schnitt auf eine tatsächliche Wochenarbeitszeit von 41,2 Stunden. Das wird lediglich von den Arbeitnehmern in Österreich und in einigen wenigen EU-Staaten in Osteuropa übertroffen.

Demgegenüber arbeiten Franzosen nur 38,4 Stunden - und auch Iren, Italiener, Dänen, Finnen und Schweden bleiben noch unter 40 Stunden. Bemerkenswert ist, dass die Deutschen eigentlich wesentlich weniger Wochenstunden vereinbart haben.

Was die tariflich beschlossenen Arbeitszeiten angeht, rangiert die Bundesrepublik mit im Schnitt 37,6 Stunden am unteren Ende der europäischen Rangliste. Daraus ergibt sich, dass die Deutschen mehr Überstunden machen als fast alle anderen.

Kritik vom Europäischen Gewerkschaftsbund

Statistisch gesehen arbeiten sie jede Woche 3,6 Stunden mehr als in den Tarifvereinbarungen vorgesehen. Damit sind sie nach den Tschechen sozusagen Vize-Europameister bei den Überstunden.

Zum Vergleich: In der Europäischen Union sind Arbeitnehmer durchschnittlich weniger als zwei Stunden länger als tariflich vereinbart an ihrem Schreibtisch, am Schalter oder an der Werkbank.

Allerdings: Die Zahl der tariflich festgelegten Urlaubstage liegt nach Berechnungen der EU-Agentur europaweit im Schnitt bei 25 Tagen pro Jahr, in Deutschland sind es statistisch gesehen 30.

Der Europäische Gewerkschaftsbund kritisierte die hohe Zahl der Überstunden in Deutschland: "Das schadet dem Familienleben und beeinträchtigt die Gesundheit", sagte dessen Vize-Generalsekretär Reiner Hoffmann. Wer in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit neue Beschäftigung schaffen will, müsse die Arbeit auf mehr Schultern verteilen "anstatt immer weniger Menschen immer länger arbeiten zu lassen".

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