Auf verschiedenen Wegen versucht die Politik, Eltern eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Ein Überblick.

Die deutsch-britische Juristin Katarina Barley (r.) löste im Juni dieses Jahres Manuela Schwesig im Amt der Bundesfamilienministerin ab.
Die deutsch-britische Juristin Katarina Barley (r.) löste im Juni dieses Jahres Manuela Schwesig im Amt der Bundesfamilienministerin ab.

Die deutsch-britische Juristin Katarina Barley (r.) löste im Juni dieses Jahres Manuela Schwesig im Amt der Bundesfamilienministerin ab.

dpa

Die deutsch-britische Juristin Katarina Barley (r.) löste im Juni dieses Jahres Manuela Schwesig im Amt der Bundesfamilienministerin ab.

Düsseldorf. Entgegen der Darstellung, die das Gros der Parteien gern im Wahlkampf vermittelt, tut die Politik bereits einiges, um Familien in finanzieller Hinsicht sowie bei der Organisation ihres Alltags zu entlasten: Dies zumindest legt der Sozialbericht von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) nahe, demzufolge Deutschland in puncto Krankenversorgung und Familie im europäischen Vergleich bereits „relativ hohe Sozialleistungen“ aufweise. Experten kritisieren derweil, dass die Vielfalt familienpolitischer Ansätze einem schwer durchschaubaren Dschungel gleicht, doch spiegelt das breite Leistungsspektrum wohl auch die unterschiedliche Lebenswirklichkeit der Familien in Deutschland wider.

So profitieren Familien in Deutschland von Kinder- und Elterngeld sowie von einer Vielzahl indirekter Zuwendungen, indem sie beispielsweise im Rentensystem oder bei der Wohnraumförderung in besonderer Weise berücksichtigt werden. Im Prinzip stützt sich die deutsche Familienpolitik auf die drei Säulen Geldleistungen, Zeit und Infrastruktur, wobei ein Schwerpunkt auf den Geldleistungen liegt.

Hierzu zählen etwa Kindergeld, das Ehegattensplittung sowie das Elterngeld; das oft als „Herdprämie“ verbrämte Betreuungsgeld wurde im Jahr 2015 auf Bundesebene wieder abgeschafft, während es in Bayern als Landesleistung erhalten blieb. Darüber hinaus gibt es verschiedene andere Geldleistungen, die für bestimmte Lebenssituationen von Familien konzipiert wurden und größtenteils über das Steuersystem und die Sozialversicherungen umgesetzt werden.

Als Erfolgsmodell gilt das Elterngeld, das Eltern in den ersten 14 Monaten nach der Geburt ihres Kindes beziehen können – einkommensabhängig liegt die Leistung zwischen 300 und 1800 Euro pro Monat. Außerdem erhalten Eltern für ihre Kinder mindestens bis zum 18. und höchstens bis zum 25. Lebensjahr Kindergeld in Höhe von 184 bis zu 215 Euro.

Alternativ zum Kindergeld können sie auch einen steuerlichen Freibetrag wählen und haben die Möglichkeit, Kosten für Kinderbetreuung, Haushaltshilfen oder Schulgeld steuerlich abzusetzen. Für Familien mit geringem Einkommen werden etwa Geldleistungen wie Kinderzuschlag, Kinderwohngeld und die Grundsicherung angeboten.

Familienministerin Katarina Barley (SPD) appelliert derweil auch an die Wirtschaft, eine familienfreundliche Kultur in ihren Unternehmen zu etablieren. „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss selbstverständlich werden“, sagte sie kürzlich bei einem Pressetermin. Wichtig dafür seien entsprechende Angebote für Väter, vollzeitnahe Teilzeitangebote und Führungskräfte, die auf die Bedürfnisse der Beschäftigten eingingen. Auch fordert Barley bessere Rahmenbedingungen für getrennte Eltern, die ihre Kinder gemeinsam erziehen wollen sowie bessere Beratungsangebote für diese. „Getrennte Paare lässt der Staat ziemlich allein“, so die Ministerin.

Familienfreundlichkeit in Unternehmen nimmt zu

Einer Studie zufolge nahm die Familienfreundlichkeit der Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren zu, die angebotenen Maßnahmen reichten aber nicht aus. Dabei ist die Wahrnehmung von Arbeitgebern und Beschäftigten unterschiedlich. 44 Prozent der Arbeitgeber halten ihre Unternehmenskultur für sehr familienfreundlich, aber nur 24 Prozent der Beschäftigten dieser Betriebe. KDow/dpa

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer