Aussenhandel: Die globale Wirtschaftskrise trifft den „Exportweltmeister“ stärker als die meisten anderen europäischen Staaten.

Düsseldorf. Die deutsche Exportwirtschaft gerät zunehmend in den Abwärtssog der Weltwirtschaftskrise. Im Januar brachen die Ausfuhren so stark ein wie seit 16 Jahren nicht mehr. Gegenüber dem Vorjahresmonat sanken die Exporte um 20,7Prozent auf 66,6 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag meldete. Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt im Januar 1993 mit minus 21,4 Prozent.

Die Daten der Statistiker zeigen nach Ansicht von Commerzbank-Analyst Simon Junker, dass Deutschland "besonders über den Außenhandel massiv von der globalen Rezession getroffen wird". Henning Klodt vom Kieler Institut für Weltwirtschaft geht davon aus, dass die Exporterfolge der vergangenen Jahre auf absehbare Zeit nicht mehr zu erreichen sind. "Es ist eine Exportblase entstanden", sagte der Wirtschaftsexperte der "Zeit". Diese sei "jetzt geplatzt".

Hart trifft es die Autoindustrie und den Maschinenbau

Vor allem durch den Export-Einbruch sank die deutsche Wirtschaftsleistung innerhalb von drei Monaten um 2,1Prozent. Selbst das ökonomisch strauchelnde Großbritannien verzeichnete ein deutlich geringeres Minus, in anderen Krisenländern wie Spanien oder Ungarn war es nicht einmal halb so groß.

Von der schwachen Nachfrage nach Waren "Made in Germany" waren alle Branchen betroffen, besonders stark traf es die Auto- und Maschinenbauer. Der Exportverband BGA sieht sich durch die Zahlen in seiner Skepsis bestätigt. Als Resultat der Flaute prognostiziert er für 2009 einen Umsatzrückgang von acht Prozent. Es wäre das erste Minus seit 1993 und das größte seit Gründung der Bundesrepublik.

Pessimismus auch in Brüssel: Die EU-Finanzminister rechnen nun doch nicht mehr damit, dass die europäische Konjunktur im nächsten Jahr anspringt. "Die Krise wird die Wirtschaft heftiger treffen und länger dauern als bislang angenommen ", heißt es in einem internen Papier.

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