Gaddafis Offensive angeblich von Rebellen gestoppt. Flugzeuge bombardieren zwei Städte.

kämpfe
Die Rebellen im Osten Libyens geben sich siegesgewiss.

Die Rebellen im Osten Libyens geben sich siegesgewiss.

Reuters

Die Rebellen im Osten Libyens geben sich siegesgewiss.

Tripolis. In Libyen deutet immer mehr auf einen langwierigen Bürgerkrieg zwischen Gaddafis Truppen und den Rebellen hin. Nach einer Reihe militärischer Niederlagen ließ der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi am Donnerstag mehrere Ziele im Rebellengebiet bombardieren. Der Strom der Flüchtlinge wuchs währenddessen weiter an – nach Angaben der Vereinten Nationen haben schon mehr als 180.000 Menschen das Land verlassen.

Internationaler Strafgerichtshof ermittelt gegen Gaddafi und Söhne

Deutschland beteiligt sich daher mit drei Schiffen an einer internationalen Hilfsaktion für Flüchtlinge. Rund 4.000 Ägypter sollen von Tunesien aus über das Mittelmeer zurück in ihre Heimat gebracht werden.

Die deutsche Botschaft in der Hauptstadt Tripolis wurde aus Sicherheitsgründen geschlossen. Trotz Ausreiseaufforderung sollen sich noch 50 Deutsche im Land befinden. Gegen Gaddafi und seine Söhne wird jetzt beim Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit ermittelt.

Nach der Niederlage seiner Truppen in der Stadt Al-Brega schickte Gaddafi am Donnerstag Kampfflugzeuge nach Al-Brega und Adschdabija. Dort sollen mehrere Ziele bombardiert worden sein, Meldungen über Opfer gab es zunächst nicht. Die Aufständischen hatten zuvor nach eigenen Angaben eine Offensive der Gaddafi-Truppen gestoppt.

Nato schließt späteres militärisches Eingreifen in Libyen nicht aus

Die Nato hat nach Worten ihres Generalsekretärs Anders Fogh Rasmussen zurzeit nicht die Absicht, in Libyen militärisch einzugreifen. Auch eine Flugverbotszone soll es vorerst offenbar nicht geben. Das Bündnis plane jedoch vorsorglich auch für militärische Optionen. Rasmussen fügte hinzu: „Wir beobachten die Lage genau. Und wir nehmen zur Kenntnis, dass die Resolution des UN-Sicherheitsrates den Einsatz von Streitkräften nicht vorsieht.“

Wie der Chefankläger beim Internationalen Strafgerichtshof, Luis Moreno-Ocampo, sagte, würden Gaddafi und sein Clan mutmaßlich „die größte Verantwortung für die schwersten Verbrechen tragen“, die seit Mitte Februar gegen Demonstranten begangen wurden. Die Ermittler hätten vom UN-Sicherheitsrat das Mandat erhalten, für Gerechtigkeit zu sorgen. Die EU verdreifachte die Hilfe für Flüchtlinge auf 30 Millionen Euro.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer