Jetzt prasselt die Schelte ungebremst auf Guido Westerwelle ein. Doch während man Vorwürfe der Opposition als politisches Alltagsgeschäft verbuchen kann, wiegt die Kritik der Kanzlerin schwerer. Westerwelle und der FDP droht die Isolation.

Das ist nicht fair. Denn Westerwelle hat es immerhin geschafft, die längst überfällige Debatte über den Sozialstaat in Schwung zu bringen. Es ist nicht verwerflich, wenn er daran erinnert, dass weiter steigende staatliche Transferzahlungen nicht vom Himmel fallen, sondern von allen Steuerzahlern erwirtschaftet werden müssen. Und wenn er sich besorgt zeigt, weil die Mittelschicht in zehn Jahren von zwei Dritteln der Bevölkerung auf die Hälfte geschrumpft ist, sollte uns allen das Sorgen machen. Viel mehr war da nicht.

Westerwelle hat durchaus die richtigen Fragen gestellt. Sein Problem: Teils drastische Formulierungen machen ihn angreifbar, wenn der Gegner danach sucht.

 

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