Der US-Präsident muss drängende Probleme lösen: Bin Ladens Organisation El Kaida agiert zunehmend vom Jemen aus.

wza_1500x917_609142.jpeg
US-Präsident Obama, hier mit CIA-Direktor Leon Panetta, hat für Dienstag die Chefs mehrerer US-Geheimdienste ins Weiße Haus geladen. Obama hatte nach dem Anschlagsversuch auf ein US-Flugzeug Fehler der Dienste bemängelt.

US-Präsident Obama, hier mit CIA-Direktor Leon Panetta, hat für Dienstag die Chefs mehrerer US-Geheimdienste ins Weiße Haus geladen. Obama hatte nach dem Anschlagsversuch auf ein US-Flugzeug Fehler der Dienste bemängelt.

dpa

US-Präsident Obama, hier mit CIA-Direktor Leon Panetta, hat für Dienstag die Chefs mehrerer US-Geheimdienste ins Weiße Haus geladen. Obama hatte nach dem Anschlagsversuch auf ein US-Flugzeug Fehler der Dienste bemängelt.

Washington. Der Anti-Terror-Krieg hat den amerikanischen Präsidenten eingeholt. Ging es Barack Obama im ersten Amtsjahr darum, das Erbe der Bush-Politik aufzuarbeiten, steht er jetzt fast an dessen Ausgangspunkt: Zum ersten Mal muss Obama auf einen - wenn auch vereitelten - Terroranschlag gegen sein Land reagieren. Der "Krieg gegen den Terror" seines Vorgängers George W. Bush ist nun sein eigener Krieg geworden.

Der Irak-Krieg ist fast beendet. Die Terrorgefahr gesenkt hat er nicht. In Afghanistan kämpfen mehr amerikanische Truppen als je zuvor. Der Konflikt hat sich über die Grenze nach Pakistan ausgeweitet. Die Amerikaner haben El Kaida dort längst nicht im Griff. Stattdessen konzentriert sich das Interesse nun wieder auf den Jemen: In dem arabischen Land sind die USA bereits mehrfach angegriffen worden.

Am 12. Oktober 2000 kamen beim Anschlag auf das Kriegsschiff "USS Cole" im Hafen von Aden 17 Matrosen ums Leben. 16 Menschen starben bei einem Anschlag auf die US-Botschaft dort im September 2008.

Im Jemen fand auch der fanatische US-stämmige Prediger Anwar al-Awlaki eine Zuflucht. Er soll mit dem Flugzeugterroristen Umar Farouk Abdulmutallab in Verbindung gestanden haben. Für zahlreiche Experten steht fest: Wäre dem Nigerianer der Anschlag auf die US-Passagiermaschine beim Landeanflug auf Detroit geglückt, wäre Obama um eine offene Intervention in dem instabilen arabischen Land kaum herumgekommen.

Doch ähnlich wie in Pakistan kann es sich Washington mit der dortigen Regierung nicht verscherzen, die wiederum ihr Gesicht vor der arabischen Welt wahren muss. Das heißt: Intervention im Stillen. Nach amerikanischen Medienberichten nimmt das US-Militär beim Kampf der jemenitischen Regierung gegen Aufständische seit längerem eine zentrale Rolle ein: Jüngste Angriffe auf mutmaßliche El-Kaida-Stellungen im Jemen fanden demnach unter Führung der USA statt. Die jemenitische Regierung unterstützte sie dabei lediglich.

Am Horn von Afrika begann 1993 der Krieg gegen den Terror

Laut dem Sender CNN beraten jemenitische und amerikanische Offizielle derzeit, welche Ziele sich für Vergeltungsschläge eignen könnten. Seit den Anschlägen vom 11.September 2001 kreuzen im Rahmen der Operation "Enduring Freedom" modernste amerikanische Aufklärungsschiffe durch den Golf von Aden, um den Transitverkehr von Terroristen und Waffen zwischen dem Jemen und dem mindestens ebenso instabilen Somalia zu unterbinden.

Hier, am Horn von Afrika, hat der Terrorkrieg begonnen: Nach dem Abschuss ihrer "Black Hawk"-Hubschrauber und den schockierenden Fernsehbildern getöteter und durch die Straßen Mogadischus geschleifter US-Soldaten gelang es den Extremisten 1993, die Amerikaner aus Somalia zu vertreiben. Hier brüteten sie die verheerenden Anschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania 1998 aus.

Immer wieder gab es seitdem Pläne, die Region ins Visier des Anti-Terrorkampfes zu nehmen. Doch mit der Konzentration auf Irak und Afghanistan blieb dafür keine Kapazität. Nun steht Obama vor diesem Problem.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer