Nach Einführung der neuen Währung sank die Inflationsrate in Deutschland sogar drastisch.

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Von wegen "Teuro": nach Einführung der neuen Währung sank die Inflationsrate in Deutschland drastisch.

Von wegen "Teuro": nach Einführung der neuen Währung sank die Inflationsrate in Deutschland drastisch.

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Von wegen "Teuro": nach Einführung der neuen Währung sank die Inflationsrate in Deutschland drastisch.

Düsseldorf. Mehr als acht Jahre nach dem Euro-Start ist der Ruf der Gemeinschaftswährung als preistreibender "Teuro" endgültig widerlegt.

Nach Zahlen der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Statistischen Bundesamtes sank die Inflationsrate seit Einführung der Währung in Deutschland drastisch. Während die Teuerung zwischen 1992 und 1996 bei etwa 3,2 Prozent pro Jahr lag, kam sie von 2002 bis Juni 2010 auf nur noch 1,5 Prozent.

Die gefühlte Inflation spielt die dominierende Rolle

Bei der Wahrnehmung der Inflation spiele die Psychologie eine dominierende Rolle, sagt Professor Hans Wolfgang Brachinger von der Universität Fribourg (Schweiz). Brachinger hat die Messeinheit der "gefühlten Inflation" ins Leben gerufen, die mittlerweile auch vom Statistischen Bundesamt und von der Stiftung Warentest genutzt wird.

2008 hatte diese gefühlte Inflation in Deutschland den Rekordwert von zwölf Prozent erreicht, obwohl die reale Inflation bei 3,3 Prozent lag. Derzeit liegt die wahrgenommene Inflation bei mehr als drei Prozent, die reale Inflation bei etwa einem Prozent.

"Konsumenten gewichten Preissteigerungen doppelt so stark wie Senkungen", sagt der Statistikexperte. Vor allem aber ziehe der Bürger bei Preiskalkulationen als Vergleichszahl noch immer den DM-Preis heran. Zu DM-Zeiten hingegen gab es keinen in der Vergangenheit liegenden Fixpunkt, weshalb die schleichende Inflation nicht auffiel.

Möbel und Elektro wurden billiger, der Café-Besuch teurer

Am 31.12.1998 wurden die Wechselkurse festgelegt, am 1. Januar 1999 wurde der Euro Buchungswährung.

Am 1.1.2002 feierte der Euro als Bargeld Premiere.

In manchen Ländern waren Preiserhöhungen im Zeitraum der Euro-Einführung gesetzlich untersagt, in Deutschland setzte man auf eine Selbstverpflichtung des Handels.

Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass die Preisentwicklung sehr unterschiedlich verlief. Möbel und Elektrogeräte etwa verbilligten sich um bis zu 50 Prozent, während sich die Preise in Restaurants und Cafés erhöhten - zum Teil sogar verdoppelten.

Heftige Preisschübe gab es auch bei Lebensmitteln wie Reis und Weizen. Allerdings betont die EZB, dass nicht die Währung daran schuld sei, sondern die stärkere Nachfrage auf dem Weltmarkt.

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