Wegen einer Sicherheitslücke bei einem spanischen Zahlungsabwickler rufen viele Banken das Plastik-Geld zurück.

Visa- und Mastercard-Kreditkarten sind von dem Datenklau in Spanien am häufigsten betroffen.
Visa- und Mastercard-Kreditkarten sind von dem Datenklau in Spanien am häufigsten betroffen.

Visa- und Mastercard-Kreditkarten sind von dem Datenklau in Spanien am häufigsten betroffen.

dpa

Visa- und Mastercard-Kreditkarten sind von dem Datenklau in Spanien am häufigsten betroffen.

Düsseldorf. Bei deutschen Banken und Sparkassen läuft die bisher größte Tauschaktion von Kreditkarten der Marken Visa und Mastercard - aus Sicherheitsgründen. Betroffen sind mutmaßlich hunderttausende Kunden.

Was genau ist passiert?

Dazu gibt es von der spanischen Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen bislang keine konkreten Angaben. Man weiß nur: Bei einem spanischen Dienstleister, über den zahlreiche ausländische Banken die Kreditkartenzahlungen ihrer Kunden abwickeln, ist es zu "Unregelmäßigkeiten" gekommen. Ob die Kreditkarten-Daten dort durch einen Hackerangriff oder von Mitarbeitern entwendet wurden, ist bislang nicht bekannt.

Was geschieht mit den Daten?

Mit den entwendeten Daten können die Betrüger gefälschte Kreditkarten herstellen oder damit beispielsweise im Internet auf Einkaufstour gehen - wenn die Karten nicht gesperrt oder ausgetauscht werden.

Welche Karten-Inhaber sind betroffen?

Mutmaßlich mehrere Hunderttausend der insgesamt rund 24,5 Millionen deutschen Kreditkarten-Besitzer. Besonders gefährdet sind Nutzer von Visa- oder Mastercard-Karten, die in der jüngsten Zeit in Spanien waren. Mögliche Opfer sind auch Kunden, die ihre Karte in Deutschland bei Handelspartnern eingesetzt haben, die ihren Zahlungsverkehr über den spanischen Dienstleister abwickeln. Auch bei Online-Geschäften in Spanien verwendete Karten könnten betroffen sein.

Wie reagieren die Banken?

Nach Angaben des Zentralen Kreditausschusses (ZKA) sind alle Banken und Sparkassen in Deutschland betroffen. Deshalb gebe es auch ein einheitliches Vorgehen: Alle möglicherweise betroffenen Kunden würden angeschrieben und die jeweiligen Karten ausgetauscht. Allein die Volks- und Raiffeisenbanken ziehen rund 60 000 Karten ein, die Karstadt-Quelle-Bank zog bereits 15 000 Karten ein. Auch die Sparkassen, Postbank, Deutsche Bank, Commerzbank, Barclays-Bank und Lufthansa (Miles&More-Karten mit Bezahlfunktion) tauschen tausende Karten um.

Worauf müssen die Verbraucher achten?

Die meist monatlichen Kreditkarten-Abrechungen sollten sofort auf fehlerhafte Buchungen untersucht werden. Stellt man unberechtigte Abbuchungen fest, sollte man diese sofort an die Bank melden - am besten schriftlich mit kurzer Begründung, raten Verbraucherschützer.

Wie bekommt man bei einem Missbrauch sein Geld zurück?

Normalerweise problemlos. Grundsätzlich haben (Kreditkarten-)Kunden ein Widerrufsrecht bei allen Abbuchungen von ihrem Konto. Bei berechtigten Einwendungen muss die Bank oder Sparkasse deshalb den beanstandeten Betrag unverzüglich erstatten - einschließlich möglicherweise zu Unrecht angefallener Überziehungszinsen.

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