Düsseldorf. Erst verblüffte die Milliardärin Maria-Elisabeth Schaeffler mit der kühnsten Firmenübernahme der deutschen Nachkriegsgeschichte, dann geriet sie nach dem Kauf des Auto-Zulieferers Continental in den Sog der Wirtschaftskrise.

Nun sitzt sie auf einem Schuldenberg von 22 Milliarden Euro und bittet die Bundesregierung um Staatshilfe. Doch über die Gesellschafterin der Schaeffler-Gruppe, die die Inszenierung mit teuren Pelzen und Schmuck mag, gibt es in diesen Krisentagen auch positive Nachrichten.

Seit Freitag steht fest, dass die 67-Jährige von Februar an dem ehrwürdigen Kuratorium des Frankfurter Zukunftsrates vorsitzt, dem wiederum Persönlichkeiten wie Wolfgang Clement und Friedrich Merz angehören.

Dieser Zukunftsrat ist für seine hohen Ansprüche an sich selbst bekannt. Ziel sei es, Barrieren zu beseitigen, die "die Globalisierung in den Köpfen der Menschen geschaffen hat", heißt es. Außerdem wolle man "die Zusammenarbeit der Systeme Politik und Wirtschaft fördern".

Tatsächlich klingt das alles nach Schaeffler. Denn nur wer barrierefrei denkt, kann das ganz große Rad drehen. Nur der kann die Tollkühnheit besitzen, als Mittelständler mit einem Umsatz von knapp neun Milliarden Euro einen 26 Milliarden Euro schweren Dax-Konzern wie Continental zu schlucken und damit über 150 000 Beschäftigte zu gebieten.

Nur wer barrierefrei denkt, kann angesichts der drohenden Milliarden-Pleite die Zusammenarbeit der Systeme Politik und Wirtschaft fordern. Denn die künftige Kuratoriumsvorsitzende des Zukunftsrates braucht für die Zukunft nicht nur Rat, sondern auch Staatsgeld.

Nun lässt Schaeffler Wirtschaftsprüfer in ihre Bilanzen blicken, um Berlin mitleidig und spendabel zu stimmen. Dort aber hängt schon jetzt der Koalitionsfrieden schief. Die Union signalisiert Hilfe, um Jobs zu retten, während die SPD eher die Auffassung vertritt, dass die Unternehmerin für ihr barrierefreies Manöver selbst haften sollte.

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