Die Bürger zahlen die Förderung der Öko-Energie mit. Im kommenden Jahr steigt die sogenannte EEG-Umlage massiv an.

Strompreise
Deutschland hat bereits die höchsten Stromkosten in Europa. Der Ausbau der Ökoenergie treibt sie weiter in die Höhe.

Deutschland hat bereits die höchsten Stromkosten in Europa. Der Ausbau der Ökoenergie treibt sie weiter in die Höhe.

dpa

Deutschland hat bereits die höchsten Stromkosten in Europa. Der Ausbau der Ökoenergie treibt sie weiter in die Höhe.

Berlin. Um die Stromkosten ist durch die auf ein Rekordniveau steigende Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien eine heftige Debatte entbrannt. Denn die Frage ist: Wie teuer darf und kann die Energiewende noch für die Bürger werden?

Mit welchen Mehrkosten muss beim Strom 2013 gerechnet werden?

Betreiber von Wind- und Solarparks oder Biogasanlagen bekommen auf 20 Jahre garantierte feste Vergütungen je eingespeister Kilowattstunde Strom. Die Bürger zahlen die Differenz zwischen dem am Markt für den Strom erzielten Preis und dem Vergütungssatz. Die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegte Umlage wird 2013 auf 5,277 Cent je Kilowattstunde steigen. Hinzu kommen 19 Prozent Mehrwertsteuer, so dass dieser Posten knapp 6,3 Cent ausmachen wird.

Da zugleich wegen der schwankenden Wind- und Solarstromerzeugung immer häufiger in den Netzbetrieb eingegriffen und das Stromnetz ausgebaut werden muss, wird auch mit stark steigenden Netzentgelten gerechnet. Strom dürfte 2013 mindestens zehn Prozent teurer werden, erwarten einige Energieversorger und Vergleichsportale wie Verivox. Der Energiekonzern RWE will zumindest die gestiegene Ökostrom-Umlage vorerst nicht weitergeben. Allerdings gilt es als sicher, dass bundesweit im Laufe des kommenden Jahres die Strompreise angehoben werden.

Was bedeutet das in Zahlen?

Ein durchschnittlicher Mehr-Personen-Haushalt verbraucht pro Jahr etwa 3500 Kilowattstunden (kWh). Mit einer kWh lässt sich zum Beispiel eine Maschine Wäsche waschen. Derzeit zahlt er etwa 26,4 Cent je kWh – rund 45 Prozent davon sind Steuern, Ökostrom-Umlage und andere Abgaben. 2013 steigt der „Staatsanteil“ wegen der neuen Umlage sogar auf 50 Prozent. Steigt der Strompreis um mindestens zehn Prozent, droht ein Anstieg der Stromrechnung um knapp 100 Euro auf 1016 Euro.

Was könnte die Bundesregierung tun, um die Kosten zu dämpfen?

Derzeit nimmt der Staat knapp eine Milliarde Euro nur dank der zusätzlichen Mehrwertsteuereinnahmen durch die Ökostrom-Umlage ein. Das dürfte 2013 nochmals wesentlich mehr werden. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist also sogar Nutznießer des Anstiegs. Die FDP fordert daher die Stromsteuer, die derzeit mit 2,1 Cent rund acht Prozent des Strompreises ausmacht, entsprechend zu senken. Doch mit den Einnahmen wird die Rentenkasse mitfinanziert – die Rentenbeiträge sollen aber 2013 sinken. Umweltminister Peter Altmaier (CDU) ist gegen ein Drehen an dieser Steuerschraube. Es ist zudem nicht sicher, ob eine geringere Stromsteuer komplett an die Verbraucher weitergeben wird oder ob Versorger dies nutzen, um ihre Margen zu steigern. Mittelfristig soll eine Reform der Ökostrom-Förderung Kosten dämpfen.

Was kann der Bürger tun, um die Belastung selbst zu mindern?

Stromsparen oder den Anbieter wechseln – gerade im Vergleichen der Tarife liegt oft das größte Einsparpotenzial. Zudem gibt es die Energieberatung der Verbraucherzentralen, die je nach Umfang zehn bis 30 Euro kostet. Für Empfänger von Sozialleistungen gibt es das Projekt Stromspar-Check der Caritas sowie des Bundesverbandes der Energie- und Klimaschutzagenturen. Dabei kommen Stromsparhelfer nach Hause, identifizieren Energiefresser und stellen kostenlos Sparlampen oder abschaltbare Stecker zur Verfügung. In der Regel können mit dieser Hilfe mehr als zehn Prozent der Kosten eingespart werden, also in etwa der jetzt für 2013 drohende Strompreisanstieg für Haushalte.

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