Was hat die neue Supermacht mit ihrer wachsenden militärischen Stärke vor?

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China lässt nicht nur wirtschaftlich, sondern auch militärisch die Muskeln spielen.

China lässt nicht nur wirtschaftlich, sondern auch militärisch die Muskeln spielen.

dpa

China lässt nicht nur wirtschaftlich, sondern auch militärisch die Muskeln spielen.

Peking. China lässt nicht nur wirtschaftlich, sondern auch militärisch die Muskeln spielen. Die frisch gekürte zweitgrößte Wirtschaftsnation der Welt entwickelt sich zum Rivalen der USA im Pazifik.

Der Arm der chinesischen Streitkräfte wird länger: China entwickelt Flugzeugträger, modernisiert seine Unterseeboote, stationiert neue Mittelstreckenraketen und Marschflugkörper.

Um für die moderne Kriegsführung im 21. Jahrhundert gewappnet zu sein, kann es sogar gegnerische Satelliten im Weltall abschießen. Auch haben Hacker aus China wiederholt ihre Kunstfertigkeiten bewiesen, in Computernetzwerke einzudringen.

Zwischenfälle mit amerikanischen Schiffen und Flugzeugen

An Schreckensszenarien mangelt es so wenig wie an Konfliktherden. Zwar haben sich die Spannungen mit Taiwan wegen der Aussöhnung mit dem neuen taiwanesischen Präsidenten Ma Ying-jeou verringert, doch streitet China mit verschiedenen Nachbarn um Territorialansprüche oder Rohstoffvorkommen auf hoher See.

Auch gibt es Zwischenfälle mit US-Schiffen oder -Flugzeugen, die vorwitzig in Chinas Vorgarten spionieren. Für Empörung in China sorgen auch die gerade laufenden Manöver der USA im Gelben Meer oder in der Japanischen See.

Dem Pentagon zufolge hat die Regierung in Peking ihre Investitionen in den Bereichen Nuklearwaffen, Langstreckenraketen, U-Boote, Flugzeugträger sowie Kriegsführung im Internet aufgestockt.

Als Betroffenen der chinesischen Aufrüstung macht der Bericht an erster Stelle Taiwan aus: Das militärische Gewicht an der Taiwan-Straße verschiebe sich zugunsten Chinas. China betrachtet die dem Festland vorgelagerte Insel seit der Revolution von 1949 als abtrünnige Provinz und strebt eine Wiedervereinigung zu seinen Bedingungen an - im Notfall unter Zwang.

Die chinesische Militärstrategie gehe inzwischen aber über den Fall Taiwan hinaus, warnt das Pentagon weiter und führt in seinem Bericht ein Projekt zum Bau von Langstreckenraketen an, mit denen auch die zu den USA gehörende Pazifikinsel Guam erreicht werden könnte.

Ihr eigenes Land empfinden Chinesen auch keineswegs so stark wie es vielen in der Welt heute schon erscheint. "Auf der einen Seite überholt China mit seiner Wirtschaftsleistung Japan, auf der anderen Seite halten die USA großangelegte Militärübungen vor unserer Küste, aber wir können offenbar nichts dagegen tun", sagt Professor Shi Yinhong von der Volksuniversität (Renmin Daxue) in Peking.

"Das ist das wahre China." Der strategische Einfluss Chinas hinkt aus seiner Sicht noch weit hinter seiner wirtschaftlichen Stärke her.

Dieses weit verbreitete Gefühl von Schwäche ist ein starkes Motiv hinter der Aufrüstung der Volksbefreiungsarmee. China sieht sich der Supermacht USA unterlegen.

China wirft den USA Expansionsdrang vor

Den Amerikanern wird unterstellt, eine Politik zur "Eindämmung" gegenüber der Regionalmacht zu verfolgen. Die USA bauten ihre Präsenz im Pazifik noch weiter aus.

"Die Amerikaner wollen uns klein halten", lautet der Vorwurf. Auch will China für das Ringen um strategische Rohstoffe und die Sicherung von Handelswegen gewappnet sein. Nicht zuletzt nütze militärische Macht doch auch der Diplomatie.

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