In Ratingen verblüffen die Christdemokraten Anhänger der Piratenpartei mit einer frechen Aktion.

Ratingen. Nicht immer stoßen Politikinteressierte im Netz auf die Partei, über die sie mehr wissen wollen. Internetnutzer, die am Dienstag die Domain piraten-ratingen.de aufrufen wollten, erlebten eine Überraschung: Sie landeten nicht auf der Seite der Politneulinge, sondern bei der CDU Ratingen.

Den CDU-Stadtverbandsvorsitzenden David Lüngen freut es, dass sich die Ratinger die Köpfe heiß reden über den Coup. „Für uns war das einfach eine humorvolle Aktion“, sagt Lüngen. Insgesamt habe sich die CDU Ratingen für 30 Euro im Jahr drei Domains gesichert – immer mit dem Inhalt „Piraten“ und „Ratingen“. Seit Montagabend wurden alle, die die Adressen eingegeben haben, auf die CDU-Seite umgeleitet.

Klickzahlen der CDU sind durch die Aktion kräftig gestiegen

„Die Klickzahlen sind deutlich gestiegen“, sagt Lüngen. „Die Piraten haben zurzeit erheblichen Zulauf. Wir wollten Interessenten der Piraten auf uns aufmerksam machen.“ Er habe nicht damit gerechnet, dass die Domains noch frei sind. Das zeige, dass auch bei den Piraten „dunkle Flecken in der digitalen Welt“ existieren.

Die Piraten deuten das Vorgehen als Absichtserklärung der CDU, zu ihnen überlaufen zu wollen. „Wir haben Herrn Lüngen und seine Stellvertreterin auch schon zu ersten Sondierungsgesprächen eingeladen.

Doppelmitgliedschaften sind bei uns nämlich möglich“, sagt Gabriel Heinzmann-Jiménez, Sprecher der Piraten. Bei allem Humor fordern die Piraten aber, dass die Union die Domains wieder freigibt. Lüngen kündigte an, dass sie nach entsprechender Anfrage kostenfrei übergeben würden.

Auf Bundesebene bekräftigte die CDU am Dienstag, dass die Piratenpartei trotz ihrer Erfolge nicht als möglicher Koalitionspartner gesehen wird.

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