Tamilen-Rebellen stellen ihren Kampf ein. Düsseldorfer Hauptbahnhof und A52 bei Protesten blockiert.

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dpa

Colombo. Die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) haben nach fast 26 Jahren Bürgerkrieg das Ende ihres Kampfes für einen eigenen Staat in Sri Lanka erklärt. "Wir haben uns entschlossen, unsere Waffen schweigen zu lassen", teilten die Rebellen am Sonntag mit. Regierungstruppen hatten zuvor nach eigenen Angaben die letzten Zivilisten aus dem Rebellengebiet in Sicherheit gebracht. Auf den Straßen der Hauptstadt Colombo feierten Singhalesen den Sieg.

Die Konflikt auf der Insel im indischen Ozean hatte am Wochenende auch Auswirkungen auf die Region Düsseldorf. Tamilen-Gruppen besetzten am Samstag den Hauptbahnhof der Landeshauptstadt und setzten sich auf die Gleise. Rund 100Züge hatten Verspätung oder fielen aus. Gestern Nachmittag blockierten 150 bis 200 Rebellen-Symphatisanten die A52 bei Tiefenbroich in beiden Richtungen kurz vor dem Breitscheider Kreuz. Es entstanden Staus rund um das Autobahnkreuz auf einer Länge von 30 bis 40 Kilometern.

Wie ein Armeesprecher mitteilte, wurden innerhalb von 24 Stunden mehr als 36000 Menschen aus der Gewalt der LTTE "befreit". Staatspräsident Mahinda Rajapakse hatte am Samstag den militärischen Sieg über die LTTE verkündet. Der Kampf sei an einem "bitteren Ende" angelangt, teilte ein LTTE-Sprecher mit. Tamilische Zivilisten kämen durch Bomben, Krankheit und Hunger ums Leben, daher bliebe keine andere Wahl, als die Waffen niederzulegen. In einer Mitteilung der LTTE hieß es einschränkend, die Rebellen verteidigten sich weiter gegen Armeeangriffe. Die Internetseite Tamilnet zitierte einen Rebellenführer, der den Regierungstruppen vorwarf, durch Artilleriebeschuss 25000 Menschen verletzt oder getötet zu haben.

Aus den Vereinten Nationen in Genf hieß es gestern, es seien bei den Kämpfen allein seit Ende Januar dieses Jahres 7000 bis 8000 Zivilisten getötet worden. dpa/mhs

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