SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier sucht Nähe zur FDP.

Guido Westerwelle.
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dpa

Guido Westerwelle.

Berlin. Einen Außenminister Guido Westerwelle (Foto), sagte der Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), könne er sich nur in einer ganz bestimmten Konstellation vorstellen.

Diese "Konstellation" musste er gar nicht näher beschreiben, war doch klar, dass der SPD-Kanzlerkandidat nur ein rot-gelb-grünes Bündnis mit ihm als Regierungschef und dem FDP-Vorsitzenden als Minister meinen konnte.

In diesem Moment beschränkte sich Westerwelle auf ein vielsagendes Schmunzeln, schließlich musste auch er nicht näher erläutern, dass seine Lieblingsoption nach der Bundestagswahl eine schwarz-gelbe Regierung ist. Aber zu Westerwelles Taktik gehört eben auch, dass er ein Ampelbündnis seit den unsicheren "hessischen Verhältnissen" nicht mehr kategorisch ausschließt.

Was ihn denn dazu bewogen habe, wurde Steinmeier gefragt, ausgerechnet eine Biografie über Westerwelle vorzustellen? Es habe eine entsprechende Bitte des Verlags gegeben. "Die Gründe, die dagegen sprachen, reichten meiner Ansicht nach nicht aus", sagte der Außenminister höchst diplomatisch, weshalb Westerwelle frotzelte: "Das ist eine Antwort, die man nur im Auswärtigen Amt lernen kann."

Steinmeier lobt den "Vollprofi" Westerwelle

Immer wieder ging es um die Rollenverteilung. Nachdem sich Steinmeier über den "oppositionellen Budenzauber" der FDP beklagt hatte, konterte Westerwelle, es sei eben so, "dass man in der Opposition eine andere Aufgabe" als in der Regierung habe. Und dann schickte er die vergiftete Andeutung hinterher: "Kann ja sein, dass Sie das auch feststellen werden."

Ein gewisses Maß an Distanz zwischen SPD und FDP sollte wohl erkennbar bleiben, schließlich war der gemeinsame Auftritt schon Signal genug. Steinmeier sagte zwar, er wolle nicht, dass seine Darbietung wie ein "Stalking-Versuch" der SPD aussehe. Doch im Redemanuskript des Außenministers befanden sich allerlei Nettigkeiten - etwa die Passage, in der Steinmeier den "Vollprofi" Westerwelle lobte. Er sei ein "gewiefter Taktiker mit Instinkt für die Schlagzeile des nächsten Tages".

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