Ministerin will benachteiligte Kinder besser fördern.

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Bundesbildungsministerin Schavan eröffnet die „Didacta“.

Bundesbildungsministerin Schavan eröffnet die „Didacta“.

dpa

Bundesbildungsministerin Schavan eröffnet die „Didacta“.

Köln. Mit Bildungsbündnissen an jeder der rund 16400Grundschulen in Deutschland will Bundesbildungsministerin Annette Schavan benachteiligten Schülern bessere Startchancen ermöglichen. "Gerade in einer wohlhabenden Gesellschaft darf Bildungsarmut nicht einfach als Schicksal akzeptiert werden", betonte die CDU-Politikerin zum Auftakt der Messe "Didacta" in Köln. Der Bund werde deshalb in der laufenden Legislaturperiode eine Milliarde Euro bereitstellen.

Partnerschaften zwischen Lehrern, Eltern, Wirtschaft und Vereinen

Viele Schüler würden bereits früh ihre Chancenlosigkeit verinnerlichen, sagte Schavan. Nur 20 Prozent der acht- bis elfjährigen Kinder aus der Unterschicht strebten das Abitur an, in der oberen Mittelschicht seien es 68Prozent.

Besonderes Augenmerk will die Ministerin deshalb auf Grundschulen in sozialen Brennpunkten legen. So soll jede Schule in einem schwierigen sozialen Umfeld über ein Bildungsbudget von 20000 bis 40000 Euro verfügen. "Es geht darum, Partnerschaften zwischen Lehrern, Elternhaus, Wirtschaft und Vereinen zu schmieden", sagte Schavan.

Kein Kind dürfe man verloren geben, nur weil es zu Hause nicht ausreichend gefördert werde. Für benachteiligte Grundschüler sollen zum Beispiel ergänzender Förderunterricht oder Ferienkurse angeboten werden. Auch kulturelle oder sportliche Angebote ließen sich mit dem Geld finanzieren, ebenso wie Patenschaften mit Bibliotheken oder die Ausbildung von Streitschlichtern.

"Die Gesellschaft erwartet zu Recht, dass wir nicht länger über Zuständigkeiten streiten", sagte die Ministerin. Stattdessen müssten der Föderalismus und die Kooperationsmöglichkeiten in diesem Bereich weiterentwickelt werden. Die Ministerin plädierte zudem dafür, durch eine Grundgesetzänderung die Einflussnahme des Bundes in die Schulpolitik wieder zu erhöhen und Kooperationen zwischen Bund, Ländern und Kommunen zu erleichtern.

Auf der "Didacta" präsentieren bis Samstag mehr als 800Aussteller neue Produkte aus den Bereichen Kindergarten, Schule und Hochschule sowie Aus- und Weiterbildung.

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