Sogar die Rückkehr zur 45-Stunden-Woche ist im Gespräch. Mehr Ältere haben einen festen Job.

Berlin. Arbeitnehmer müssen sich angesichts des Fachkräftemangels auf längere Arbeitszeiten einstellen. Sogar bis zu 45 Stunden pro Woche könnten bald zur Regel werden, damit der Mangel an Beschäftigten ausgeglichen wird, erwarten Wirtschaftsexperten. "Mittelfristig geht es nicht ohne längere Arbeitszeiten. 37,5- oder 38-Stunden-Wochen sind in jedem Fall vorbei", sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann.

Vor allem in den exportorientierten Branchen wie Maschinen- und Anlagenbau aber auch in der Gesundheits- und der Pflegebranche könnten die Arbeitszeiten hochschnellen.

Auch der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Ulrich Blum, sagte: "Mittelfristig werden wir um längere Arbeitszeiten nicht herum kommen." Dann könnte es 42- oder sogar bis zu 45-Stunden-Wochen geben.

Gewerkschafter kündigen Widerstand an

Auf scharfe Ablehnung stießen die Einschätzungen auf Gewerkschaftsseite. "Unter dem Deckmantel eines zu erwartenden Fachkräftemangels wollen einige Wissenschaftler eine neue Runde der Umverteilung einläuten", kritisierte Claus-Harald Güster, Vize-Chef der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Die Gewerkschaft werde sich gegen solche Pläne massiv wehren.

Die Perspektiven für ältere Arbeitnehmer haben sich unterdessen verbessert. Seit 1999 haben 800.000 Über-55-Jährige zusätzlich Arbeit gefunden, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" und beruft sich auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Beim Streit um die Rente mit 67 fordern die SPD und CSU-Chef Horst Seehofer, den Anteil älterer Beschäftigter zu erhöhen, ehe das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre erhöht werde.

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