Seit der Umstellung auf die neuen Studiengänge haben Prüfungsangst und Leistungsdruck zugenommen.

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Studenten kritisieren, dass das Bachelor-Studium zu verschult ist und keine Freiräume lässt.

Studenten kritisieren, dass das Bachelor-Studium zu verschult ist und keine Freiräume lässt.

dpa

Studenten kritisieren, dass das Bachelor-Studium zu verschult ist und keine Freiräume lässt.

Hannover. Immer mehr Studierende der Bachelor-Fächer brechen ihr Studium ab, weil sie dem Leistungsdruck nicht mehr gewachsen sind. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Hochschulinformationssystems (HIS) im Auftrag des Bundesbildungsministeriums.

Dem HIS zufolge wirft fast jeder dritte Bachelor-Student (30 Prozent) das Handtuch, im Schnitt aller Studenten tut dies nur jeder Fünfte (21 Prozent). Besorgniserregend für die Wirtschaft: Vor allem in den technischen und naturwissenschaftlichen Fächern, die für die Industrie von Bedeutung sind, scheitern viele akademische Karrieren im Ansatz.

32 Prozent der Studenten aus diesen Studiengängen geben Leistungsprobleme als ausschlaggebend für den Ausstieg an, in den Sprach- und Kulturwissenschaften liegt der Wert hingegen nur bei acht Prozent.

Kritiker des Bachelor-Studiums sehen sich durch die Zahlen gestärkt. Der Vorwurf: Statt neue Studiengänge passend zu den Bachelor-Kriterien zu entwerfen, seien häufig lediglich alte Diplom-Inhalte in kürzere Studiengänge gepresst worden. Vor allem Studenten, die mit schlechten Vorkenntnissen an die Unis kommen, könnten das Lerntempo nicht bewältigen.

Vor Weihnachten hatten sich die Länder nach Massenprotesten der Studenten darauf geeinigt, die umstrittenen neuen Bachelor- und Master-Studiengänge zu reformieren - die ersten neuen Vorgaben zur Entschlackung der Studiengänge sollen zum Sommersemester greifen.

Die Bildungsminister von 29 europäischen Staaten verständigten sich 1999 in Bologna auf die Schaffung eines gemeinsamen Hochschulraums Europa. Dazu gehört eine einheitliche Studienstruktur mit aufeinander aufbauenden Abschlüssen (Bachelor, Master, Promotion).

Nach dem Konzept werden die Studieninhalte in Module aufgeteilt und Studienleistungen einheitlich nach einem Leistungspunktesystem bewertet.

Helge Braun, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, hält dies für dringend geboten: "Die Unis müssen die Studieninhalte entsprechend anpassen, damit der Bologna-Prozess funktioniert."

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