Der ADAC fordert ein Ende der Diskussion um die Pkw-Maut. Der Staat kassiere das Doppelte seiner Investitionen.

Berlin. Die deutschen Autofahrer zahlen über Steuern und Abgaben das Vielfache der Kosten, die sie verursachen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag des Automobilverbands ADAC und zweier Wirtschaftsverbände erstellt hat. "Der Deckungsgrad beim Pkw ist beeindruckend", heißt es in der Studie, die auf den Werten des Jahres 2007 beruht.

Demnach liegen die Kosten für Straßen und Autobahnen, die dem Staat durch die Autofahrer entstehen, bei rund 15,7 Milliarden Euro pro Jahr. Die Einnahmen etwa durch Mineralölsteuer, Kfz-Steuer oder Parkgebühren erbrachten hingegen knapp 32,6 Milliarden Euro. Das ergibt eine Wegekostendeckung von 208 Prozent. Noch eindrucksvoller sind die Zahlen, wenn man nur die Autobahnen betrachtet: Hier zahlen die Autofahrer für jeden Euro, den sie an Kosten verursachen, 4,20 Euro an Abgaben zurück.

Automobilclub: Mittel nur zweckgebunden einsetzen

"Die Straßen in Deutschland sind durch die Autofahrer überfinanziert", sagt ADAC-Sprecherin Jacqueline Grünewald. Die Schlussfolgerung des Automobilklubs: Die Diskussion um die Einführung einer Pkw-Maut müsse beendet werden, da die These, dass zu wenig Geld für den Straßenbau in die Kassen fließe, widerlegt sei. Der Staat müsse die Mittel nur zweckgebunden einsetzen. Selbst ausländische Autofahrer zahlten über die Mineralölsteuer beim Tanken das Doppelte der Kosten, die sie verursachten.

Das Bundesverkehrsministerium wehrt sich gegen die Kritik. "Eine Pkw-Maut steht nicht auf der Tagesordnung", sagte der Parlamentarische Staatssekretär Andreas Scheuer. Zudem gebe es unterschiedliche Methoden, die Kosten für die Autofahrer zu berechnen. Dennoch wolle das Ministerium die Belastungen für die Autofahrer nicht erhöhen.

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