Seit zwei Jahren ist der US-Präsident im Amt. Schafft er 2012 die Wiederwahl?

Obama
Schaffen es die USA aus der Krise, stehen auch Obamas Chancen zur Wiederwahl nicht schlecht.

Schaffen es die USA aus der Krise, stehen auch Obamas Chancen zur Wiederwahl nicht schlecht.

dpa

Schaffen es die USA aus der Krise, stehen auch Obamas Chancen zur Wiederwahl nicht schlecht.

Washington. Ausgerechnet die Trauerfeier nach dem Blutbad von Arizona brachte die Wende. Barack Obama, der große Kommunikator, redete so schön, so einfühlsam, dass es selbst hartgesottenen Republikanern das Herz erweichte. „Ich glaube, es war genau der richtige Ton“, lobt „Hardliner“ Newt Gingrich, der ansonsten kein gutes Wort für den Präsidenten übrig hat.

Aus der Wirtschaft gibt es endlich erste positive Signale

Doch es sind nicht nur seine einfühlsamen Worte über Seelenschmerz und den Zusammenhalt der Nation, die Obama neue Beliebtheit bescheren. Pünktlich zum heutigen zweiten Jahrestag seiner Amtsübernahme geht es auch ansonsten bergauf: Endlich deutet sich in der Wirtschaft ein Silberstreif am Horizont an, von bis zu vier Prozent Wachstum in diesem Jahr ist die Rede; selbst bei der Arbeitslosigkeit bewegt sich was – das Tal der Tränen nähert sich dem Ende.

Auch die Umfragen ziehen wieder an. 54 Prozent der Amerikaner meinen nach einer Erhebung der „Washington Post“, der Mann im Weißen Haus mache einen guten Job. Das ist schon fast als Durchbruch zu werten, auf alle Fälle ist es eine Trendwende, die dem Präsidenten wieder Hoffnung gibt.

Selbst mit der Gesundheitsreform sammelte er keine Sympathiewerte

Lange Zeit lief es nicht rund für Obama. Die Welle von Enthusiasmus, auf denen er ins Amt kam, verebbte schnell. Statt Amerika zu verändern, musste der Nachfolger von George W. Bush das Land durch die schwerste Wirtschaftskrise seit 80 Jahren steuern. Es dauerte nicht mal ein Jahr, da war der Zauber verflogen, der Schlachtruf „Yes, we can“, schal.

Das Eigenartige: Selbst die Verabschiedung der Gesundheitsreform – Topthema im Wahlkampf – oder die Finanzreform, mit der Obama die Banken an die Kette legte, brachte ihm nicht den erwarteten Zuspruch ein. Im Gegenteil: Die Republikaner und die populistische „Tea Party“-Bewegung machten gegen die Gesundheitsreform mobil, verdammten das Gesetz als sozialistisches Teufelszeug.

Entscheidend für die Wiederwahl ist die Wirtschaft des Landes. Schaffen es die USA aus der Krise, kommt die Konjunktur endlich in Schwung – dann stehen auch Obamas Chancen zur Wiederwahl nicht schlecht.

Längst hat Obama eine erste Strategie für den Wahlkampf 2012 festgeklopft, und jetzt schon steht etwa fest, welche Top-Leute in Kürze das Weiße Haus verlassen, um den Wahlkampf vorzubereiten. Selbst auf seinen engsten Vertrauten David Axelrod will Obama verzichten – Axelrod ist der Mann, der die Kampagne 2008 ganz entscheidend gesteuert hatte.

Obama hat ein weiteres Ass im Ärmel: die Personalprobleme der Republikaner. Noch zeichnet sich kein Favorit mit echtem Charisma ab. Sarah Palin, die populistische Galionsfigur der republikanischen Fundamentalopposition, hat sich durch aggressive Töne nach dem Arizona-Blutbad eher ins Abseits manövriert.

Die Popularität Obamas sank zeitweise rascher als bei jedem anderen Präsidenten vor ihm. Doch der entscheidende Nackenschlag kam mit den Kongresswahlen im November: Die Republikaner holten sich die Mehrheit im Abgeordnetenhaus. Für Obama brach eine neue Zeit an: Kein Gesetz geht mehr ohne das Ja der Republikaner.

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