Der strahlende Sieger erreichte im Bundesstaat Iowa 30 015 Stimmen.  Foto: Tannen Maury
Der strahlende Sieger erreichte im Bundesstaat Iowa 30 015 Stimmen. Foto: Tannen Maury

Der strahlende Sieger erreichte im Bundesstaat Iowa 30 015 Stimmen. Foto: Tannen Maury

Mitt Romney erobert in Iowa hauchdünn Platz 1. Foto: Tannen Maury

Knapper Zweiter: Rick Santorum hatte nur acht Stimmen weniger als Romney. Foto: Steve Pope

Santorum, Ex-Senator aus Pennsylvania, war eigentlich als Außenseiter gehandelt worden. Foto: Steven Pope

Dies war das knappste Ergebnis, das je bei einer Vorwahl in Iowa erzielt wurde. Foto: Tannen Maury

Auf dem dritten Platz landete der Kongressabgeordnete Ron Paul mit 21,5 Prozent. Foto: Larry W. Smith

Die Suche nach einem Herausforderer von Präsident Obama bei der Wahl im November ist weiter offen. Foto: Joshua Roberts

dpa, Bild 1 von 7

Der strahlende Sieger erreichte im Bundesstaat Iowa 30 015 Stimmen. Foto: Tannen Maury

Des Moines (dpa) - Es war ein Sieg um Haaresbreite: Mit einem Vorsprung von gerade einmal acht Stimmen hat Favorit Mitt Romney die erste Vorwahl der Republikaner um die US-Präsidentschaftskandidatur für sich entschieden. Der als Kompromisskandidat gehandelte Romney verschaffte sich damit zumindest eine gute Ausgangslage im Vorwahl-Marathon. Die Kandidatin der Tea-Party-Bewegung, Michele Bachmann, gab nach schlechtem Abschneiden indes auf. Überraschend schob sich der Außenseiter Rick Santorum bei der symbolträchtigen Abstimmung im Bundesstaat Iowa auf Platz zwei. Noch nie in der Vorwahl-Geschichte Iowas gab es einen derart dünnen Vorsprung. Der Sieger der Republikaner-Vorwahlen tritt im November bei der Präsidentenwahl gegen Amtsinhaber Barack Obama an. «Ich trete zur Seite», sagte die Kongressabgeordnete Bachmann am Mittwoch in Des Moines. Sie war ausgerechnet in ihrem Heimatstaat mit nur fünf Prozent der Stimmen auf einen enttäuschenden sechs Platz gekommen. Bachmann sagte, sie bereue nicht, an dem Rennen um das Weiße Haus teilgenommen zu haben. Die Wähler hätten ihr aber deutlich gezeigt, dass sie einen anderen Kandidaten wollten. Nach dem knappen Sieg des unternehmerfreundlichen Romney, der der Minderheit der Mormonen angehört, ist es aber weiter unklar, ob sein Weg zur Kandidatur bereits vorbestimmt ist. Der Multimillionär soll - im Gegensatz zum zweitplatzierten Santorum - über ausreichend finanzielle Mittel für den teuren Wahlkampf verfügen. Am Mittwoch stellte sich zudem der republikanische Präsidentschaftskandidat von 2008, John McCain, öffentlich hinter Romney. Experten schließen aber auch nicht aus, dass den Republikanern jetzt erst recht ein erbitterter Kampf bevorsteht. Obama bereitet sich bereits auf eine «große Schlacht» zur Wahl am 6. November vor. Faktisch hat die Abstimmung in Iowa nur begrenzte Bedeutung: Der kleine Agrarstaat stellt lediglich 28 der über 2300 Delegierten beim entscheidenden Republikaner-Parteitag im August. Romney, der viele Jahre in der Finanzwirtschaft arbeitete, gibt sich siegessicher. «Wir werden das Weiße Haus verändern und Amerika wieder auf die Beine stellen», rief er Anhängern in der Wahlnacht zu. Der 64-Jährige gilt laut Umfragen als landesweiter Favorit - nicht zuletzt verfügt er über eine bessere Wahlkampf-Maschinerie als seine Konkurrenten. Allerdings trat der ehemalige Gouverneur von Massachusetts schon einmal in dem Kandidaten-Rennen an - und verlor. Santorum (53) dagegen machte klar, dass er weiterhin auf seinen Außenseiter-Status setzt: «Was in Amerika gewinnt, sind mutige Ideen und scharfe Kontraste», beschrieb der Ex-Senator aus Pennsylvania seine Strategie. Santorum hat sich überwiegend als kompromissloser Konservativer profiliert: Er tritt etwa für ein radikales Abtreibungsverbot auch bei Vergewaltigung und Inzest ein. Die nächste Abstimmung steht bereits am 10. Januar im Neuengland-Staat New Hampshire an. Weitere wichtige Vorwahlen im Januar sind in South Carolina und in Florida. Nach Iowa stehen 49 weitere Vorwahlen an: Endgültig entscheiden die Republikaner aber erst auf ihrem Parteitag im August, wer gegen Obama antritt. Obama schwor die Demokraten von Washington aus auf einen schwierigen und harten Wahlkampf ein. «Wir haben eine Menge erreicht und haben noch viel zu tun», sagte er in einer Videobotschaft. «Daher brauchen wir noch weitere vier Jahre.» Romney und Santorum gewannen in Iowa jeweils rund 24,5 Prozent der Stimmen. Auf dem dritten Platz landete der Kongressabgeordnete Ron Paul mit gut 21 Prozent. Der extrem freiheitliche Politiker, der die Macht des Staates möglichst beschränken und die Notenbank abschaffen will, gilt landesweit ebenfalls als Außenseiter. Einen deutlichem Rückstand verbuchten in Iowa neben Bachmann auch der frühere Sprecher des Repräsentantenhauses Newt Gingrich (13 Prozent) sowie der texanische Gouverneur Rick Perry (10 Prozent). Experten halten Romney wegen seiner Wirtschaftskompetenz für den gefährlichsten Gegner Obamas. Bereits heute steht fest, dass die Themen Wirtschaft und Arbeitslosigkeit den bevorstehenden Präsidentenwahlkampf eindeutig dominieren werden. Zwar gilt Romney landesweit als Favorit, doch Beobachter betonten am Mittwoch übereinstimmend, dass sein Sieg in Iowa alles andere als überzeugend ausgefallen sei. Die Vorwahl «hat nicht die Klarheit in den Nominierungskampf gebracht, den sich die Republikaner gewünscht hatten», kommentierte die «New York Times». Die parteiinterne Vorwahl in dem Mittleren-Westen-Staat ist vielbeachteter Auftakt zum Wahljahr 2012. Wer hier verliert, muss um weitere Spendengelder fürchten. Umgekehrt gilt aber: Wer in Iowa gewinnt, hat die Nominierung noch lange nicht in der Tasche. Die Krux der Republikaner: Kein Bewerber scheint Umfragen zufolge die Herzen der breiten Republikaner-Basis wirklich zu erwärmen. Romney etwa gilt als eher glatter Politiker-Typ, der schwer Zugang zum Volk findet. Außerdem werfen ihm Kritiker vor, er sei ein «Flip-Flopper», der sein Mäntelchen nach dem Wind hängt. So setzte er in Massachusetts eine Gesundheitsreform durch, die der von Obama sehr ähnelt - stimmt jetzt aber in die Republikaner-Kritik an der Obama-Reform ein. Die «Washington Post» betont, Romney habe allein durch seine gewaltigen Wahlkampfspenden und seine perfekte Organisation erhebliche Vorteile. Santorum und Paul «scheinen dagegen derzeit noch nicht in der Lage, einen Nominierungskampf über eine längere Distanz durchzustehen», meint das Blatt.

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