Hwang Pyong So
Hwang Pyong So wird als inoffizielle Nummer zwei hinter Machthaber Kim Jong Un gesehen. Foto: Jeon Heon-Kyun

Hwang Pyong So wird als inoffizielle Nummer zwei hinter Machthaber Kim Jong Un gesehen. Foto: Jeon Heon-Kyun

dpa

Hwang Pyong So wird als inoffizielle Nummer zwei hinter Machthaber Kim Jong Un gesehen. Foto: Jeon Heon-Kyun

Seoul (dpa) - Nach monatelanger Eiszeit machen Süd- und Nordkorea einen wichtigen Schritt aufeinander zu. Überraschend entsandte das kommunistische Regime im Norden eine Delegation von Spitzenfunktionären nach Südkorea.

Darunter war der Leiter des politischen Büros der Volksarmee, Hwang Pyong So, der als inoffizielle Nummer zwei hinter Machthaber Kim Jong Un gesehen wird.

Am Rande der Asien-Spiele in der westlichen Küstenstadt Inchon kamen die hochrangigsten Kontakte zwischen beiden Seiten seit dem Amtsantritt der südkoreanischen Präsidentin Park Geun Hye vor mehr als einem Jahr zustande. Beide Seiten vereinbarten dabei nach südkoreanischen Angaben die Wiederaufnahme von Gesprächen über eine Verbesserung der Beziehungen.

Damit gab Nordkorea dem Drängen Seouls in den vergangenen Wochen nach, die Gespräche «auf hochrangiger Ebene» fortzusetzen, die im Februar stattgefunden hatten und eigentlich bald danach weitergehen sollten. Die Spannungen hatten sich jedoch seitdem wieder erhöht. Unter anderem hatte Nordkorea in den vergangenen Monaten eine ungewöhnlich große Zahl von Raketen unterschiedlicher Typen getestet. Nordkorea selbst hatte Südkorea aufgerufen, auf gemeinsame Militärmanöver mit den USA zu verzichten.

Neue Gespräche sollen nun zwischen Ende Oktober und Anfang November stattfinden, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul mit. Den Zeitpunkt könne Südkorea bestimmen. «Nordkorea erklärte, dass es den innerkoreanischen Dialog fortsetzen will.»

Zu der Besuchergruppe aus Nordkorea gehörten auch zwei Sekretäre der herrschenden Arbeiterpartei, Choe Ryon Hae und Kim Yang Gon. Choe wurde erst im September durch Hwang Pyong So als Stellvertreter von Machthaber Kim in der mächtigen Nationalen Verteidigungskommission ersetzt. Beide gelten als enge Vertraute Kims, der selber seit Monaten von der Bildfläche verschwunden ist. Nach nordkoreanischen Angaben hat der Diktator gesundheitliche Probleme.

Die Besucher wurden nach ihrer Ankunft in Inchon von Südkoreas Vereinigungsminister Ryoo Kihl Jae in einem Hotel begrüßt. An weiteren Gesprächen nahm neben Ryoo unter anderen der Nationale Sicherheitsberater Kim Kwan Jin teil.

Offizieller Anlass des eintägigen Überraschungsbesuchs aus Nordkorea war die Abschlussfeier der Asien-Spiele. Kim Yang Gon äußerte jedoch schon zum Auftakt, dass der Besuch eine «Gelegenheit für beide Koreas sein sollte, ihre Beziehungen zu verbessern».

Offiziell hieß es, dass Präsidentin Park zu einem Treffen mit der Delegation bereit gewesen sei. Doch weil der Zweck des Besuchs die Teilnahme an der Abschlussfeier der Asien-Spiele sei, habe es keine Zeit mehr dazu gegeben. Nach der Zeremonie wollte die Delegation zusammen mit der nordkoreanischen Mannschaft wieder in die Heimat zurückfliegen. Nordkorea hatte in der Vergangenheit schon mehrmals eine Mannschaft zu internationalen Sportveranstaltungen nach Südkorea entsandt.

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