Maskierter tötet drei jüdische Kinder und einen Lehrer. Nicolas Sarkozy vermutet einen rassistischen Hintergrund.

Frankreich
Ein Mann versucht, einen Schüler zu trösten.

Ein Mann versucht, einen Schüler zu trösten.

Reuters

Ein Mann versucht, einen Schüler zu trösten.

Toulouse. Nach einem Mordanschlag an einer jüdischen Schule in Toulouse wird über den Hintergrund der Tat gerätselt. Beim schwersten Angriff auf eine jüdische Einrichtung in Frankreich seit 30 Jahren sind am Montag in der südfranzösischen Stadt eine 10-jährige Schülerin, ein 30-jähriger Lehrer sowie dessen beide Kinder (drei und sechs Jahre) erschossen worden. Kurz vor acht Uhr stoppte ein maskierter Mann auf einem Motorroller vor der Schule und eröffnete auf dem Schulhof das Feuer. Anschließend flüchtete er.

Laut Ermittlern benutzte der Todesschütze dieselbe Waffe, mit der in den vergangenen Tagen drei Soldaten mit Migrationshintergrund in derselben Gegend getötet wurden. Laut französischen Medien handelt es sich um einen Armee-Revolver, wie er im Zweiten Weltkrieg benutzt wurde. Die Staatsanwaltschaft Paris ermittelt in allen Fällen wegen Terrorismus.

Fahnder sollen drei Ex-Soldaten auf der Spur sein

In Frankreich wird über einen rassistischen und antisemitischen Hintergrund der Taten spekuliert. Drei ehemalige Soldaten sollen ins Visier der Fahnder geraten sein. Sie sollen einer Neonazi-Gruppe nahe gestanden und auf Fotos mit einer Hakenkreuzfahne posiert haben.

Präsident Nicolas Sarkozy sprach von einer „nationalen Tragödie“. Er aktivierte für die betroffene Region den Anti-Terrorismus-Plan Vigipirate. Alle jüdischen und muslimischen Einrichtungen werden besonders gesichert, betonte der Präsident gestern Abend nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts. „Jedes Mal, wenn dieser Mann in Aktion tritt, handelt er, um zu töten. Er lässt seinen Opfern keine Chance“, sagte Sarkozy. Ein rassistischer Hintergrund sei wahrscheinlich. Red

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