Jubel für Trump
Tausende Anhänger jubelten dem US-Präsidenten bei seinem Auftritt im Bundesstaat Florida zu. Foto: Susan Walsh

Tausende Anhänger jubelten dem US-Präsidenten bei seinem Auftritt im Bundesstaat Florida zu. Foto: Susan Walsh

Der US-Präsident und seine Frau während der «Make America Great Again»-Kundgebung. Foto: Susan Walsh

US-Präsident Donald Trump während der Kundgebung in Melbourne mit seiner Frau Melania Trump. Foto: Chris O'meara

dpa, Bild 1 von 3

Tausende Anhänger jubelten dem US-Präsidenten bei seinem Auftritt im Bundesstaat Florida zu. Foto: Susan Walsh

Melbourne (dpa) - Nach vier von Problemen gekennzeichneten Wochen im Amt hat sich US-Präsident Donald Trump mit einer aggressiven Rede an seine Wählerschaft gewandt.

Bei einer Kundgebung vor Tausenden Anhängern in Melbourne (Florida) feuerte er am Samstag erneut Breitseiten gegen die Medien ab, die eine «falsche Geschichte nach der anderen veröffentlichen».

Trump beklagte den «Schlamassel», den ihm die Regierung seines Vorgängers Barack Obama hinterlassen habe. Er versprach einen «großartigen» neuen Krankenversicherungsplan, den baldigen Baubeginn einer «großartigen» Grenzmauer zu Mexiko und Millionen «schöner» Jobs. «Ich werde liefern», rief er unter dem Jubel der Zuhörer aus.

Auch der bislang vor Gerichten gescheiterte Einreisestopp für Bürger mehrerer islamischer Länder werde kommen, kündigte Trump an. Unter Hinweis auf Anschlagziele in Europa versprach er erneut, Amerikas Sicherheit zu gewährleisten. Dass er neben Deutschland, Belgien und Frankreich - wo im vergangenen Jahr tatsächlich Anschläge islamistischer Terroristen verübt wurden - auch Schweden nannte, sorgte in dem skandinavischen Land für Verwunderung und Spott. Von einem Anschlag war dort nichts bekannt.

Die bisherige Arbeit des Weißen Hauses nannte er «reibungslos» und bekräftigte seine Wahlversprechen, ohne aber Einzelheiten zu nennen. Trump sprach vor dem Hintergrund zahlreicher Berichte über Chaos und Verwirrung im Weißen Haus, untermauert durch die gerichtliche Blockade seines Einreiseverbots für viele Muslime und Wirbel um seinen - schließlich zum Rücktritt gezwungenen - Sicherheitsberater Michael Flynn.

Trump spielte die Pannen als Erfindungen der «unehrlichen» Medien herunter. Seine Kritik zog sich wie ein roter Faden durch die Rede, in der sich seine Stimme wiederholt überschlug. Die Medien «wollen einfach nicht die Wahrheit berichten (...)», erklärte Trump. «Sie sind ein großer Teil des Problems geworden. Sie sind Teil des korrupten Systems. Wir werden nicht zulassen, dass die Fake News uns sagen, was wir zu tun, wie wir zu leben oder woran wir zu glauben haben.»

Bereits zuvor hatte Trump via Twitter seinem offensichtlichen Unmut über die Berichterstattung der Medien nach seiner jüngsten Pressekonferenz Luft gemacht. Die «Fake news media» seien nicht «mein Feind, sie sind der Feind des amerikanischen Volkes», schrieb der Republikaner am Samstag. Namentlich nannte Trump dabei die «New York Times» und die Sender NBC News, ABC, CBS und CNN.

Kritik an diesem Tweet kam indes auch aus den eigenen Reihen. Mit solchen Äußerungen hätten «Diktatoren angefangen», sagte der prominente republikanische Senator John McCain dem Sender NBC News. «Wenn man sich die Geschichte anschaut, dann haben Diktatoren als erstes die Presse mundtot gemacht. Ich sage nicht, dass Präsident Trump versucht, ein Diktator zu sein. Ich sage nur, dass wir aus der Geschichte lernen müssen.»

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