Seit Wochen spielt sich in Südostasien ein ähnliches Flüchtlingsdrama ab wie im Mittelmeer. Foto: Myanmar Information Ministry
Seit Wochen spielt sich in Südostasien ein ähnliches Flüchtlingsdrama ab wie im Mittelmeer. Foto: Myanmar Information Ministry

Seit Wochen spielt sich in Südostasien ein ähnliches Flüchtlingsdrama ab wie im Mittelmeer. Foto: Myanmar Information Ministry

Die Bundeswehr beteiligt sich im Mittelmeer mit zwei Schiffen an der Seenotrettung. Die Soldaten haben nach Bergungsaktionen bereits mehrere Schleuserboote versenkt. Foto: Bundeswehr/PAO Mittelmeer

Versteck im Armaturenbrett: Mit allen Mitteln versuchen afrikanische Flüchtlinge, ihre von Bürgerkriegen zerrissenen zu verlassen. Foto: Guardia Civil

Auf dem Mittelmeer nimmt ein Schiff der italienischen Marine afrikanische Flüchtlinge auf. Foto: Alessandro Di Meo/Archiv

Flüchtlinge aus Myanmar und Bangladesch liegen in einem Flüchtlingslager in der indonesischen Provinz Aceh. Foto: Jun Ha

Flüchtlingsboot vor der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa. Foto: Italienische Marine/Archiv

Mehrere hundert Mittelmeer-Flüchtlinge werden von einem Landungsboot der britischen Marine in Sicherheit gebracht. Foto: Carl Osmond/Mod

Schleuser: Der Kapitän (l.) und ein Seemann des Flüchtlingsbootes, das vermutlich 800 Menschen mit sich in den Tod riss. Foto: Alessandro Di Meo

Gerettetes Kind: Ob der vierjährige Milako weiß, dass er von nicht wenigen Europäern der "Einreise ins Sozialsystem" verdächtigt wird? Foto: Carl Osmond/Mod

In den vergangenen Tagen hat es alarmierende Berichte über Tausende von Flüchtlingen in teils nicht seetüchtigen Booten in der südostasiatischen See gegeben. Foto: Stringer

Ein Boot mit Flüchtingen vor der sizilianischen Insel Pantelleria. Foto: Franco Lannino-S.Gabriele/EPA/Archiv

dpa, Bild 1 von 11

Seit Wochen spielt sich in Südostasien ein ähnliches Flüchtlingsdrama ab wie im Mittelmeer. Foto: Myanmar Information Ministry

Genf (dpa) - Reiche Länder tragen nach Darstellung der Vereinten Nationen in der Flüchtlingspolitik eine wesentlich geringere Last als ärmere Länder. Knapp neun von zehn Flüchtlingen (86 Prozent) befanden sich 2014 in Ländern, die als wirtschaftlich weniger entwickelt gelten.

Das teilt das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR in seinem Jahresbericht mit. Die Welt werde Zeuge eines «unkontrollierten Abgleitens in eine Ära, in der das Ausmaß der globalen Vertreibung sowie die nötige Antwort alles Bisherige in den Schatten stellen», sagte UN-Flüchtlingskommissar António Guterres.

Die meisten Flüchtlinge hat demnach die Türkei aufgenommen (1,59 Millionen). Es folgen Pakistan, Libanon, der Iran, Äthiopien und Jordanien. Dabei beherberge der Libanon im Verhältnis zur Einwohnerzahl die meisten Flüchtlinge in seinen Grenzen. Hier kämen 232 Flüchtlinge auf 1000 Einwohner.

Die Zahl der weltweiten Flüchtlinge nahm von 2013 auf 2014 um mehr als acht Millionen zu. Dies sei die höchste jemals im Laufe eines Jahres dokumentierte Steigerung, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk mit. Insgesamt verließen fast 60 Millionen Menschen ihre Heimatorte oder gar ihre Heimatländer aus Angst und Not. Jeder zweite Flüchtling sei ein Kind. Brennpunkte von Gewalt und Elend seien vor allem Syrien, Afghanistan, der Irak und Somalia.

Die internationale Gemeinschaft steht der Entwicklung aus Sicht des UNHCR viel zu passiv gegenüber. «Es ist erschreckend, dass einerseits diejenigen, die Konflikte beginnen, mehr und mehr straffrei davonkommen und dass andererseits die internationale Gemeinschaft unfähig scheint, gemeinsam Kriege zu beenden und Frieden zu schaffen», sagte Guterres. In den vergangenen fünf Jahren seien mindestens 15 regionale Konflikte ausgebrochen oder wieder aufgeflammt.

Fast 20 Millionen Menschen sind laut UN ins Ausland geflüchtet, 38 Millionen in ihrer Heimat unterwegs auf Schutzsuche, 1,8 Millionen haben einen Asylantrag gestellt. Beim Asyl seien Deutschland und Schweden die bevorzugten Zielländer.

Die Ausweglosigkeit werde auch durch die geringe Zahl derjenigen unterstrichen, die sich wieder in ihre Heimat zurückwagten. Mit knapp 127 000 sei diese Zahl so niedrig wie seit 31 Jahren nicht mehr. Jahrzehntelange Instabilität in einzelnen Ländern bedeute, dass Menschen immer häufiger und länger als Flüchtlinge mit ungewisser Zukunft an den Rändern der Gesellschaft leben müssten.

Jeden Tag verlassen laut UN durchschnittlich 42 500 Menschen ihr Zuhause, um Verfolgung und Gewalt zu entgehen. Neben dem Nahen und Mittleren Osten sei die Lage gerade auch in Afrika schlimm. Konflikte in der Zentralafrikanischen Republik, im Südsudan, Somalia, Nigeria, der Demokratischen Republik Kongo und anderen Staaten haben laut UNHCR 15 Millionen Afrikaner zur Flucht in Nachbarländer oder andere Gegenden ihrer Heimat veranlasst.

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